Ist der Diesel noch zu retten? Und ist das wirklich die entscheidende Zukunftsfrage?

Die große Diskussion um die Zukunft des Diesels beherrscht diesen Sommer die Medien. Die Liste der Themen ist lang: kreative Interpretationen der Abgasnormen durch die Hersteller bis hin zu klaren Betrügereien, drohende Fahrverbote in deutschen Städten, Kartellvorwürfe. Die Verunsicherung im Automobilmarkt könnte größer kaum sein. Jeder diskutiert, ob und wie lange der Diesel eine Zukunft hat. Politik und Automobilindustrie halten weiter an ihm fest. Ihre Annahme ist, er werde zur Reduktion der CO2-Emissionen benötigt.

Unsicherheit zur Zukunft des Diesels führt zu sinkenden Marktanteilen

Die Verbraucherskepsis hingegen nimmt zu. Weltweit gehen die Verkaufszahlen von Dieselfahrzeugen zurück. Selbst in der globalen Dieselhochburg Deutschland sinken die Neuzulassungen mit dieser Antriebstechnologie inzwischen. Die Gebrauchtwagenpreise brechen ein. Dabei ist der Dieselmotor global gesehen bereits heute von untergeordneter Bedeutung. Die große Wichtigkeit hat er vor allem durch die deutsche Brille. Der schon vor "Dieselgate" prognostizierte Rückgang wird sich daher wohl beschleunigen. Vor diesem Hintergrund werden auch die Investitionen in diese Technologie zurückgehen.

Regulation und technischer Fortschritt beschleunigen die Veränderung

Neben den Regularien ist der eigentliche Treiber hinter dem Niedergang der Dieseltechnologie eine Verschiebung der technologischen Rahmenbedingungen. Die Fortschritte bei Verbrennungsmotoren verlangsamen sich zunehmend und müssen dabei mit immer größerem Aufwand erkauft werden. Dagegen entwickelt sich die Elektromobilität und insbesondere die Batterietechnik rasant. Dies führt dazu, dass sich bereits in wenigen Jahren das Preisparadigma auf den Kopf stellen wird. Während Elektrofahrzeuge heute meist deutlich teurer sind als klassische Verbrenner, werden sie in einer, spätestens in zwei Fahrzeuggenerationen deutlich günstiger in der Anschaffung sein. Hinsichtlich Wartungsaufwand und Unterhaltskosten sind sie bereits überlegen. Newcomer der Branche wie Streetscooter zeigen, dass es möglich ist, selbst Nutzfahrzeuge mit Elektromotor wettbewerbsfähig anzubieten.

Dass der Diesel – und später auch der Ottomotor – perspektivisch von unseren Straßen verschwinden werden, ist offensichtlich. Über den Zeitpunkt streiten Studien und Experten. Jede Studie hat ihre eigene Methodik und Grundannahmen, die zu unterschiedlichen Resultaten führen. Die Annahmen der Industrie kann man meist durch deren Handlungen erahnen. Das Verhältnis zwischen Investitionen in bestehende und neue Technologien ist ein guter Indikator und spricht oft Bände. Für Sie als Unternehmer kann dies aber nur das Rohmaterial sein, aus dem Sie sich ihre eigenen Annahmen aufbauen.

Unternehmer brauchen Orientierung durch solide Annahmen

DDenn: Wenn Sie neue Produkte entwickeln und sich fragen, welche Rolle diese in zukünftigen Fahrzeugkonzepten spielen werden. Wenn Sie in Standorte investieren, um ihre Leistungsfähigkeit im Produktionsnetzwerk zu erhöhen. Wenn Sie neue Mitarbeiter einstellen oder Anlagen kaufen. Dann verwetten Sie mit jeder Richtungsentscheidung Ihre unternehmerische Existenz auf die Richtigkeit Ihrer Zukunftsannahmen. Häufig sind diese unbewusst entstanden, basieren eher auf Erfahrungen der Vergangenheit und bleiben unreflektiert. Die systematische Diskussion wichtiger Trends und denkbarer Zukünfte bleibt aus.

Mit Szenarien machen Sie Ihre Zukunftsannahmen solider, denn sie helfen, sich auf eine ungewisse Zukunft besser vorzubereiten und von ihr weniger überrascht zu werden. Szenarien sind keine Vorhersagen. Im Gegenteil – sie sind Bilder möglicher Zukünfte, die per Definition nicht wahrscheinlich sind. Szenarien beschreiben die Ecken des Möglichkeitsraumes. Das heißt, dass die zukünftige Wirklichkeit irgendwo zwischen den Szenarien liegen wird. Szenarien erweitern die Vorstellungskraft Ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter. Sie bieten eine einfache Möglichkeit, die Zukunft gewissermaßen "vollständig" zu denken und zu diskutieren. Durch die Diskussion der Alternativen wird der Einfluss von psychologischen Faktoren und Wunschdenken minimiert. Ihre Annahmen werden solider, die Wetten sicherer. Die entscheidende Zukunftsfrage ist nicht, ob der Diesel noch zu retten ist. Es geht darum, ob Ihre Zukunftsannahmen solide sind. Erlauben sie Ihnen, die vielfältigen Chancen in der zukünftigen Mobilität zu ergreifen oder verbauen sie Ihnen den Blick für neue Märkte weil sie sich zu sehr aus Erfahrungen der Vergangenheit speisen?

Ihr Ansprechpartner

Enno Däneke

Enno Däneke
Sie erreichen mich unter ED@FutureManagementGroup.com.






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