Quantum Dots: Quantensprung in der Display-Technologie
Stellen Sie sich vor, ...
Sie wollen ad hoc etwas präsentieren, haben aber keinen Beamer dabei. Oder Sie wollen spontan Freunden und Verwandten Ihre Urlaubsbilder und -videos zeigen. Welches Equipment benötigen Sie? Und wo ist das überhaupt möglich? Oma hat keinen PC und am Röhrenfernseher fehlt der USB-Anschluss. DVD-Player? Fehlanzeige! Stellen Sie sich deshalb vor: immer und überall!
Das geht doch schon, werden Sie sagen, schließlich besitzen Sie ein iPad. Denken Sie kleiner! Natürlich, auch mit dem Smartphone ist das möglich, sogar gestochen scharf dank AMOLED, Retina & Co. Doch dafür müssen Sie schon eng zusammenrücken. Auf Blockbuster-Länge könnte das ziemlich ungemütlich werden.
Vollziehen Sie nun einen Quantensprung und lösen Sie sich von der Vorstellung eines Displays. Ob klein oder groß, es ist doch nur unnötiger Ballast. Stellen Sie sich vor, Sie legen einfach Ihr Handy vor sich auf den Tisch und projizieren Bilder und Videos in brillianter Qualität auf jede Oberfläche. Das japanische Unternehmen QD Laser hat den weltweit ersten Mini-Laser-Projektor entwickelt.

QD Laser
QD Laser ist eine Tochterfirma von Fujitsu. 2009 wurde ein Prototyp des neuen Mini-Lasers vorgestellt. Das Besondere: Bisher fehlte für die Darstellung von Farbbildern im kompletten Farbspektrum der grüne Laser. Durch den Trick der Frequenzverdoppelung ist es QD Laser gelungen, grünes Laserlicht zu erzeugen. Dabei wird infrarotes Licht der Wellenlänge 1064 Nanometer durch einen Kristall gefiltert und auf die Wellenlänge 532 Nanometer reduziert. Mit einer Größe von drei Kubikzentimetern misst der Prototyp an seiner dicksten Stelle 5,6 mm. Die Kosten pro Projektoreinheit liegen bei unter zehn US-Dollar.
Grundlegender Zukunftsfaktor: Quantum Dots
Quantum Dots (Quantenpunkte) bestehen aus Halbleitermaterialen und setzen sich typischerweise aus 1.000 bis 10.000 Atomen zusammen. Sie werden auch als Nanokristalle bezeichnet. Die Beweglichkeit ihrer Ladungsträger ist eingeschränkt, so dass Quantenpunkte extrem scharfe und diskrete Energieniveaus annehmen können. Dadurch lässt sich die Wellenlänge der Fluoreszenz über die Größe der Partikel einstellen. Aufgrund dieser optischen Eigenschaften sind Quantum Dots besonders für den Einsatz in der Optoelektronik und in der medizinischen Diagnostik (Marker) interessant.
Unterstützende Zukunftsfaktoren
- Mobilisierung
- Visualisierung
- Dematerialisierung / Miniaturisierung
- Ökologische Nachhaltigkeit / Energie-Innovationen
- Erlebnis-Orientierung

Impact: Revolution in der optischen Unterhaltungselektronik
Ab 2012 sollen sich die Mini-Laser-Projektoren zu einem Massenprodukt entwickeln. Die Einsatzmöglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt. Wer wird sich in Zukunft noch einen großen, energieintensiven und teuren Flachfernseher anschaffen, wenn er gestochen scharfe Bilder an die Wand projizieren kann? Brennweite einstellen? Kühlung? Nicht nötig! Am Anfang werden die Mini-Laser-Projektoren noch Zubehör sein, das an Laptops, Handys und Digitalkameras angeschlossen werden muss. Durch die weitere Miniaturisierung und die Optimierung des Energieverbrauchs wird es aber bereits in wenigen Jahren möglich sein, die Projektoren auch in kleine Endgeräte zu integrieren.
