Glossar
- Agentenbasierte Modellierung
Agentenbasierte Modellierung oder Agent Modelling ist eine spezielle Art von computergestützter Simulation, mit der das Verhalten und die Interaktion autonomer Einheiten und deren Auswirkung auf ein Gesamtsystem analysiert werden kann. Die als "Agenten" bezeichneten Einheiten können sowohl Individuen, als auch kollektive Entitäten wie Organisationen sein. Agent Modelling kann als Methode der Zukunftsforschung eingesetzt werden, etwa als Hilfe zur Szenarienbildung.
- Analyse spekulativer Literatur
siehe Science-Fiction
- Annahme
Eine Zukunftsannahme ist eine Überzeugung über die wahrscheinliche Zukunft, die in der einer Projektion oder einem Szenario zugemessenen Erwartungswahrscheinlichkeit ausgedrückt wird.
Beispiel:- "Wir nehmen mit achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit an, dass im Jahr 2020 sechzig Prozent der Menschen in der Stadt X in Einpersonenhaushalten leben werden."
Eine Erwartung ist eine Zukunftsannahme, die eine hohe Erwartungswahrscheinlichkeit ausdrückt.
- Siehe oben: Wir nehmen mit achtzigprozentiger….
Eine Eventualität ist eine Zukunftsannahme, die eine mittlere Erwartungswahrscheinlichkeit ausdrückt.- Siehe oben: Wir nehmen mit fünfzigprozentiger ….
Eine Nicht-Erwartung ist eine Zukunftsannahme, die eine niedrige Erwartungs-wahrscheinlichkeit ausdrückt.- Siehe oben: Wir nehmen mit zehnprozentiger…
- Annahmenfrage
Mit Annahmenfragen bestimmen Sie den wesentlichen Wissensbedarf über die wahrscheinliche Entwicklung Ihres Umfelds.
Beispiel:- In welchem Maße wird die zunehmende Videofonie- und Videokonferenztechnik die Geschäftsreisetätigkeit einschränken?
- Bedrohung
Eine Bedrohung ist eine passiv erlebte Umfeldveränderung, von der eine Gefährdung einer derzeitigen Position ausgeht. In der Chancen-Entwicklung (grüne Zukunftsbrille) werden Bedrohungen in Chancen transformiert. Eine Bedrohung ist von einem Risiko abzugrenzen. Ein Risiko liegt vor, wenn etwas aktiv getan wird und sich daraus eine riskante Situation ergibt.
- Beobachtungsfeld
Die Menge an potenziell zukunftsrelevanten Informationen ist fast unendlich groß. Im Zukunftsmanagement wird deshalb durch genau zu definierende Beobachtungsfelder dafür gesorgt, dass sich die Aufmerksamkeit auf die für ein Unternehmen tatsächlich relevanten Faktoren und deren Entwicklung richtet. Beobachtungsfelder dienen dazu, das relevante Umfeld eines Unternehmens systematisch zu erfassen.
In welchen Feldern können grundsätzlich Veränderungen eintreten?
- Kunden & Bedarfsfelder
- Technologien & Methoden
- Markt & Mitbewerber
- Gesetze & Regeln
- Natur & Umwelt
- Business Development
Unter Business Development werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die dazu dienen, das volle Potenzial eines Unternehmens auszuschöpfen und dieses weiterzuentwickeln. Dabei geht es insbesondere um die Ausweitung des Geschäfts durch die Gewinnung neuer Kunden oder durch die Erschließung neuer Märkte. Das Zukunftsmanagement bietet zahlreiche Techniken und Methoden, um Business Development systematisch und strategisch gezielt durchzuführen.
Von "New Business Development" wird gesprochen, wenn hervorgehoben soll, dass der Schwerpunkt der Maßnahmen darauf liegt, ganz neues Potential und neue Chancen zu identifizieren und zu erschließen.- Causal Layered Analysis
Causal Layered Analysis ist eine von Sohail Inayatullah entwickelte Methode des Zukunftsmanagements und der Zukunftsforschung, bei der es darum geht, auf vier verschiedenen Analyseebenen differenzierte und dekonstruierende Perspektiven auf bestimmte Phänomene zu entwickeln und alternative Zukünfte für deren Weiterentwicklung zu entwerfen. Die Methode eignet sich unter anderem dazu, vor der Entwicklung konkreter Szenarien einen Möglichkeitsraum zu eröffnen.
- Chance
Eine Zukunftschance ist eine vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeit. Im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements werden Zukunftschancen mit der grünen Zukunftsbrille systematisch erarbeitet. Dabei kommen spezielle Chancenfragen zum Einsatz, die sich auf bestimmte Gestaltungsfelder beziehen. So können je nach Gestaltungsfeld gezielt Chancen entwickelt werden, etwa auf Geschäftsfeldebene, für Marketing und Vertrieb oder im Hinblick auf Systeme und Prozesse.
Beispiele für Zukunftschancen:- Wir treten in den chinesischen Markt ein.
- Wir gründen ein Logistikunternehmen.
- Chancenfrage
Chancenfragen sind Denkobjekte des Eltviller Modells des Zukunftsmanagements und kommen bei der Entwicklung von Zukunftschancen zum Einsatz. Chancenfragen bestimmten dabei die Suchfelder, die im Rahmen der jeweiligen Aufgabenstellung im Vordergrund stehen. Sie lenken das Suchen nach Zukunftschancen auf solche Gestaltungsfelder, die dem Suchenden wichtig sind. Mit Chancenfragen wird der wesentliche Wissensbedarf über vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeiten in wichtigen Gestaltungsfeldern eines Unternehmens bestimmt.
Beispiel:- Welche neuen Produkte und Lösungen können wir entwickeln und anbieten?
- Chancenmatrix
Die Chancenmatrix ist ein Werkzeug, das im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements unter dem Blickwinkel der grünen Zukunftsbrille zur Anwendung kommt. In der Chancenmatrix werden in einem vorherigen Schritt identifizierte Zukunftsannahmen mit Gestaltungsfeldern verknüpft. Innerhalb der Gestaltungsfelder der Chancenmatrix werden Chancenfragen gestellt, um aus den Zukunftsannahmen Chancen abzuleiten.
- Change Management
Change Management oder Veränderungsmanagement fasst alle Maßnahmen zusammen, um eine Organisation von einem gegenwärtigen Zustand zu einem gewünschten, zukünftigen Zustand zu transformieren. Ein zentrales Anliegen des Change Management ist es, bei den Mitarbeitern Akzeptanz und Verständnis für die erforderlichen Veränderungen aufzubauen.
Change Management und Zukunftsmanagement können sich ergänzen. Während Zukunftsmanagement im Bereich der konkreten Veränderungs- und Umsetzungsprozesse auf Ansätze des Change Management zurückgreifen kann, ist es dem Change Management im Hinblick auf die systematische Entwicklung des gewünschten Zieles überlegen.- Charette
Als Methode der Zukunftsforschung dient die Charette als Technik, um die Arbeit großer Gruppen zu strukturieren und zu verbessern. Ein zentrales Merkmal der Technik ist es, dass das Hauptthema der Charette in Teilkomponenten zerlegt wird, mit denen sich dann Teilgruppen befassen. Die Qualität des Gesamtergebnisses soll durch verschiedene Bearbeitungs- und Feedbackzyklen erhöht werden.
- Competitive Intelligence
siehe Wettbewerbsforschung
- Corporate Foresight
Corporate Foresight beschäftigt sich mit den Maßnahmen, die ein Unternehmen in die Lage versetzen, relevante Umfeldveränderungen zu erkennen, zu interpretieren und auf diese gegebenenfalls zu reagieren.
Synonym gebrauchter Begriff: Strategische Frühaufklärung
Lesen Sie weitere Informationen zu > Corporate Foresight
- Cross-Impact Analyse
Die Cross-Impact Analyse oder Wechselwirkungsanalyse ist eine Prognosetechnik der Zukunftsforschung, bei der die potentielle Interaktion zwischen bestimmten möglichen zukünftigen Ereignissen sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert und beurteilt wird. Eine Stärke der Methode liegt darin, dass sie die Aufmerksamkeit zwingend auf mögliche Kausalverläufe lenkt, da die Eintrittswahrscheinlichkeit jedes Ereignisses in Abhängigkeit von anderen Ereignissen bestimmt wird.
- Decision Modeling
Decision Modeling als Methode der Zukunftsforschung beinhaltet verschiedene computergestützte Techniken und Methoden, um mögliche zukünftige Entwicklungen aus der Analyse wahrscheinlicher Entscheidungen bestimmter Akteure, etwa von Marktteilnehmern, abzuleiten. Die verfügbare Information wird in mathematische Modelle umgesetzt, die es aufgrund unterschiedlicher Variablen und Gewichtungen erlauben, mögliche Szenarien zu simulieren.
- Delphi-Methode
Die Delphi-Methode ist eine Technik der Zukunftsforschung, die in mehreren Befragungsrunden unter Experten einen unabhängig voneinander erzielten Konsens über Zukunftsaussagen zu erreichen sucht. Grundannahme der Delphi-Methode ist, dass die Befragung vieler Experten die Entwicklungen der Zukunft gut zu erkennen helfen kann.
Synonym gebrauchte Begriffe: Delphi-Studie, Delphi-Verfahren, Delphi-Befragung- Eltviller Modell
Das Eltviller Modell des Zukunftsmanagements wird von Unternehmen und öffentlichen Institutionen verwendet, um das Nachdenken und Kommunizieren über zukünftige Umfeldentwicklungen, die Früherkennung von Zukunftsmärkten, die Entwicklung von Zukunftsstrategien und den Aufbau von Zukunftskompetenz durch ein fundiertes System von Begriffen zu stützen. Das Eltviller Modell bietet eine umfassende und integrierte Terminologie. Es verbindet die Anforderungen des wissenschaftlichen Zukunftsmanagements mit den Notwendigkeiten des unternehmerischen Alltags.
Lesen Sie weitere Informationen zum > Eltviller Modell!- Eltviller Modell, Denkobjekte
- Aufgabe: Aktivität zur Erreichung eines Ziels innerhalb eines Prozesses oder Projektes
Beispiel: Ausarbeitung eines Konzeptes für ein Qualitätsmanagementsystems - Entwicklungschance: Sehr gut beurteilte Zukunftschance, die wegen fehlendem Wissen noch reift und geprüft wird.
- Erwartung/Nicht-Erwartung: Aussage über die Zukunft mit als hoch bzw. niedrig angenommener Wahrscheinlichkeit.
- Eventualität: Aussage über die Zukunft mit als mittel angenommener Wahrscheinlichkeit.
- Eventualstrategie: Handlungsmöglichkeit bei Eintritt unerwarteter Ereignisse oder Entwicklungen.
- Leitlinie: Vereinbarung über strategisches Verhalten.
- Mission: Langfristiger Auftrag, den das Unternehmen für seine Kunden erfüllt.
- Projekt: Bündel einmalig durchzuführender Aufgaben zur Realisierung eines Ziels.
- Prozess: Gesamtheit aufeinander abgestimmter regelmäßiger Aufgaben zur Realisierung eines Ziels.
- Systeme: Einrichtungen zur Unterstützung der Ausführung von Projekten und Prozessen. Unter dem Begriff des Systems fassen wir alle materiellen und immateriellen Ressourcen und Werkzeuge zusammen.
Beispiel: Qualitätsmanagementsystem, Produktionsanlage etc. - Überraschungen: Unwahrscheinliche Ereignisse und Entwicklungen, die dennoch eintreten.
- Vision: Konkretes Bild einer faszinierenden, gemeinsam erstrebten und realisierbaren Zukunft.
- Ziel: Angestrebter Zustand eines Gestaltungsfeldes.
- Zukunftsannahme: Eine Projektion oder ein Szenario mit zugemessener Wahrscheinlichkeit.
- Zukunftschance: Lohnende Handlungsmöglichkeit.
- Zukunftsfaktor: Trends, Technologien oder Themen, die als Treiber des Wandels wirken.
- Zukunftsprojektion: Konkrete Aussage über den zukünftigen Zustand eines Beobachtungsobjektes.
- Zukunftsszenario: Gruppe von Projektionen, komplexes Bild einer möglichen Zukunft.
- Aufgabe: Aktivität zur Erreichung eines Ziels innerhalb eines Prozesses oder Projektes
- Empathiematrix
Eine Empathiematrix ist eine Technik des Zukunftsmanagements. Sie unterstützt die Entwicklung von Chancen durch die Verknüpfung von Kundenbedürfnissen mit dem derzeitigen Angebot in allen Phasen des Kundenlebens von der Bedarfserkennung bis zur Entsorgung und unterstützt die Ableitung von Änderungsbedarf auf Basis dieser Verknüpfungen.
- Entwicklungschance
Hoch bewertete Zukunftschance, die noch nicht Teil der Zukunftsstrategie werden kann, da ihr Wert und ihre Machbarkeit noch unklar sind
Beispiel:- Wir könnten ein automatisches Wettbewerbsbeobachtungssystem einführen, wissen aber noch nicht, ob solche Systeme wirklich aussagekräftige Informationen liefern.
- Environmental Scanning
Beim Environmental Scanning werden Informationen über das Umfeld eines Unternehmens systematisch gesammelt, aufbereitet und auf ihre Relevanz hin analysiert. Das Scanning kann sich auf bestimmte Felder konzentrieren, etwa auf das makroökonomische Umfeld, bestimmte Märkte, auf den Wettbewerb oder auf Kundenanalyse. Environmental Scanning im Hinblick auf Zukunftsannahmen im Umfeld eines Unternehmens, insbesondere bezüglich relevanter Zukunftsfaktoren, ist ein wichtiger Bestandteil des Zukunftsmanagements und kommt in den Prozessschritten des Eltviller Modells als Zukunftsradar vor der Annahmenanalyse zum Einsatz.
- Eventualität
Eine Eventualität ist ein Denkobjekt der blauen Zukunftsbrille im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements. Es handelt sich um eine Zukunftsannahme, die eine mittlere Erwartungswahrscheinlichkeit ausdrückt. Eintritt oder Nichteintritt der Eventualität werden als gleich wahrscheinlich angenommen. Eine Zukunftsstrategie sollte beide Fälle berücksichtigen.
- Eventualstrategie
Mögliche Maßnahme, die im Falle des Eintretens von Überraschungen (unerwartete Ereignisse und Entwicklungen) und wesentlichen Änderungen in den Zukunftsannahmen durchgeführt werden kann.
Beispiel:- Für den Fall, dass eine subsituierende Technologie in den Markt eintritt, wechseln wir auf Technologie X.
- Experten-System
Experten-Systeme bilden die Entscheidungen von Experten anhand spezieller Beurteilungsmodelle nach, indem entsprechend vorgegebener Regeln und der eingegebenen Daten Empfehlungen oder Einschätzungen abgegeben werden. Als Methode der Zukunftsforschung eignet sich das Verfahren besonders zur Entwicklung von Prognosen.
- Field Anomaly Relaxation
Field Anomaly Relaxation (FAR) ist eine Methode der Zukunftsforschung und baut auf einer morphologischen Analyse auf. Aus dieser wird ein System von Zukunftsszenarien für das Beobachtungsobjekt entwickelt. FAR greift auf die Fantasie, die Einsicht und die Beurteilungskraft der Anwender zurück.
- Frühaufklärung, strategische
siehe Corporate Foresight
- Gestaltungsfeld
Gestaltungsfelder beschreiben grob Kategorien von Entwicklungsfaktoren als Zutaten oder Elemente, die für die Existenz und den Erfolg eines Unternehmens benötigt werden.
- Strategie und Führung
- Märkte und Geschäftsfelder
- Marketing, Vertrieb und Akquisition
- Produkte und Lösungen
- Mensch und Kultur
- Systeme und Prozesse
- Partner und Lieferanten
- Finanzen und Ressourcen
- Historische Analogien
Mit Hilfe von historischen Analogien kann versucht werden, den Verlauf einer Entwicklung besser zu verstehen. Die aktuelle Entwicklung wird dabei mit ähnlichen Zusammenhängen in der Vergangenheit verglichen. Aus den Ähnlichkeiten werden Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen abgeleitet. Diese Methode der Zukunftsforschung beruht unter anderem auf der Annahme, dass Entwicklungen in wiederkehrenden Mustern verlaufen können.
- Ideenmanagement
Ideenmanagement dient zur Förderung und besseren Ausschöpfung des Innovations- und Optimierungspotentials einer Organisation, indem systematisch Verbesserungsvorschläge generiert, gesammelt, evaluiert und implementiert werden. Ein Hauptmerkmal des Ideenmanagements ist die Offenheit für die Mitwirkung aller Mitarbeiter über den Kreis ihrer eigentlichen Aufgaben hinaus. Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) und der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) sind Teil des Ideenmanagements.
- Inhaltsanalyse
Die Inhaltsanalyse kann als Methode der Zukunftsforschung angewendet werden, um mögliche zukünftige Entwicklungen aus der aktuellen medialen Berichterstattung abzuleiten. Der Umfang und die Art der Berichterstattung dienen als Basis, um die Bedeutung der Themen und das Ausmaß abzuschätzen.
Synonym gebrauchte Begriffe: Content Analysis, Text mining- Innovationsmanagement
Beim Innovationsmanagement geht es um die Neuentwicklung oder Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen, Systemen und Prozessen mit dem Ziel, eine fortschrittliche Lösung zu einem bestimmten Problem zu bieten.
Wie auch im Zukunftsmanagement besteht das gemeinsame Ziel, kreativ bestimmte Bedingungen zu verbessern und eine zufrieden stellende Zukunft zu gestalten.
Im Innovationsmanagement konzentriert man sich meist auf ein spezielles Gestaltungsfeld. Das Zukunftsmanagement stellt einen ganzheitlichen und generellen Ansatz dar.
Im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements wird die eigentliche schöpferische Leistung, also die neue Idee, im Rahmen der grünen Zukunftsbrille erarbeitet. Die Verwirklichung dieser Idee findet dann im Rahmen der gelben und violetten Zukunftsbrille statt.- Intuition
Auf der Basis von Intuition, als unterbewusste Integration sämtlichen vorhandenen Wissens, können Erwartungen über die Zukunft sowie subjektiv sinnvolle Handlungsalternativen entwickelt werden. In der Zukunftsforschung und dem Zukunftsmanagement werden gezielt Kreativmethoden angewandt, um auf intuitives Wissen zurückzugreifen.
- Issues Management
Ziel des Issues Management ist das aktive Management von Themen, die in Zukunft auf eine Organisation zukommen können.
Wie auch beim Zukunftsmanagement werden Einflüsse und Trends identifiziert und analysiert, um für die Zukunft wichtige Themen zu erkennen und es werden Strategien entwickelt, wie darauf bereits im frühen Stadium reagiert werden kann.
Das Issues Management soll eine Balance von unterschiedlichen Interessen erreichen. Es beinhaltet nur in geringem Maße die kreative Suche nach Zukunftsmärkten und verzichtet im Gegensatz zum Zukunftsmanagement gänzlich auf die Erarbeitung von Vision, Zielen und Unternehmensstrategien.
Beispiel:Frühzeitige Erkennung und Reaktion auf die Einführung des Dosenpfands durch die Getränkehersteller.
- Judgemental Bootstrapping
Judgemental Bootstrapping ist eine Methode der Zukunftsforschung und soll die Konsistenz von Experteneinschätzungen erhöhen, indem die Experten nicht direkt befragt werden, sondern ein (quantitatives) Modell ihres Entscheidungsprozesses entwickelt wird. Auf der Basis dieses Modells wird ermittelt, wie der Experte eine bestimmte Fragestellung beantworten würde.
- Kreativmethoden
Für Chancenentwicklung, z.B.
- Morphologien
- Field anomaly relaxation
- Historische Analogien
- Branchen-Analogien
- Auswertung von Science Fiction
- Meta-Chancen
- Empathie
- Intuition
Lesen Sie weitere Informationen zu > Kreativmethoden- Leitbild, strategisches
Die Summe der strategischen Leitlinien kann man als Leitbild bezeichnen. Wir verwenden diesen Begriff nicht, weil er in so vielen Facetten gebraucht wird und im Eltviller Modell nicht nötig ist. Viele verstehen ihr Leitbild so wie eine Vision, vor allem im Schweizer Sprachraum.
Die Inhalte der veröffentlichten Leitbilder sind jedoch meist grundsätzliche Aussagen zum Umgang untereinander im Unternehmen, zum Umgang mit den Kunden und zum Umgang mit der Umwelt, so dass wir darin eher einen gegenwartsbezogenen und unternehmensphilosophischen Charakter sehen.- Leitlinien, strategische
Strategische Leitlinien sind Regeln und Prinzipien zu strategischen Werten und Verhaltensweisen.
Beispiel:- Wir investieren fünf Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
Leitlinien können- auf einer normativ-strategischen Ebene (gemeinsam mit Vision und Mission),
- auf einer kulturell-strategischen Ebene und
- auf einer operativ-strategischen Ebene (gemeinsam mit Zielen, Projekten, Prozessen und Systemen)
festgelegt werden.- Marktforschung
Sie erarbeitet Informationen zu hypothetischen oder tatsächlichen Marktverhältnissen. Marktforschung richtet sich in der Praxis hauptsächlich an die Absatzmärkte und schafft dabei informatorische Grundlagen mit dem Ziel, Produkte und Dienstleistungen zu positionieren. Wie auch im Zukunftsmanagement wird Wissen über das Umfeld eines Unternehmens generiert. Im Gegensatz zum Zukunftsmanagement wird ein gegenwartsfokussierter bzw. kurzer Zeithorizont abgedeckt. Klassische Marktforschung bedient sich nur wenig kreativer Methoden und konzentriert sich auf das Ermitteln und Auswerten von empirischen Daten. Es erfolgt keine Erarbeitung von Zielen, Strategien und Aktionen.
- Methoden des Zukunftsmanagements und der Zukunftsforschung
Verschiedene Methoden werden eingesetzt, um systematisch an der Zukunft zu arbeiten. Hier eine Auswahl:
- Agent Modelling
- Analyse spekulativer Literatur
- Causal Layered Analysis
- Chancenmatrix
- Charette
- Cross-Impact Analyse
- Decision Modelling
- Delphi
- Empathiematrix
- Environmental Scanning
- Expert Systems
- Field Anomaly Relaxation
- Historische Analogien
- Inhaltsanalyse
- Intuition
- Judgemental Bootstrapping
- Mikro-Makro-Matrix
- Morphologische Analyse
- Multiple Perspective
- Roadmapping
- Role Playing
- Spiele
- Statistical Modelling
- Structural Analysis
- Szenarios
- Trend Impact Analyse
- Trendextrapolation
- Umfragen
- Visioning
- Vorläuferanalyse
- Zukunftspanorama
- Zukunftsrad
- Mikro-Makro-Matrix
Die Mikro-Makro-Matrix ist eine Methode, die in der Zukunftsforschung eingesetzt wird. Sie dient dazu, Informationen nach den Ordnungskriterien "Bereiche des makroökonomischen Umfelds" sowie "Gestaltungsfelder des Unternehmens im mikroökonomischen Kontext" zu strukturieren. Die Zuordnung erfolgt in einer Matrixstruktur. Die Methode kann dabei helfen, die Auswirkungen möglicher makroökonomischer Veränderungen in den unternehmerischen Gestaltungsfeldern zu identifizieren.
- Mission
Eine Mission ist der generelle langfristige Zweck, den eine Organisation für ihre Kunden im weiteren Sinne erfüllt. Im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements ist die Mission ein Denkobjekt der gelben Zukunftsbrille. Die Mission ist eine Antwort auf die Visionsfrage "Wofür soll unser Unternehmen bzw. unsere Organisation in der Zukunft da sein?"
Beispiel:
- Wir verringern die finanziellen Folgen von Unfällen. (Versicherungsgesellschaft)
- Wir sind zuständig für die Messung und Abrechnung von Wasser und Energie. (Techem AG)
- Wir helfen Führungskräften dabei, mehr von der Zukunft zu sehen als ihre Mitbewerber. (FMG)
- Morphologische Analyse
Die morphologische Analyse ist eine kreative analytische Methode, die im Zukunftsmanagement als Technik eingesetzt werden kann, um das Panorama der möglichen Zukünfte und Perspektiven eines Systems systematisch und umfassend zu ermitteln. Das Ziel ist es also, vollständig zu denken, indem alle möglichen Antwortoptionen auf bestimmte Zukunftsfragen dargestellt werden. Die Analyse setzt die Kenntnis der analytischen Zusammensetzung des betrachteten Systems voraus. Dies wird am besten erreicht, indem das System mittels eines sogenannten Relevanzbaumes in seine primären Komponenten unterteilt wird.
- Multiperspektivische Analyse
Multiperspektivische Analyse oder Multiple Perspective ist eine Methode, die eingesetzt werden kann, um ein Problem systematisch aus mehreren Sichtweisen heraus zu analysieren. Berücksichtigt werden standardmäßig die technische Perspektive, die Organisationsperspektive und die persönliche Perspektive. Die Erkenntnisse, die aus den drei Sichtweisen heraus gewonnen wurden, werden zu einem Gesamtergebnis integriert.
- Planung, strategische
Inhalt der strategischen Planung ist die Entwicklung eines Plans, um ein definiertes Ziel zu erreichen. Die strategische Planung ist Teil des strategischen Managements, das sich übergreifend mit der Entwicklung, Planung und Umsetzung inhaltlicher Ziele befasst.
Das Zukunftsmanagement ergänzt das Sichtfeld des strategischen Managements um die langfristigen Untersuchungsfelder aus der Zukunftsforschung und hilft bei der systematischen Identifikation von Zukunftschancen, an denen sich das Unternehmen ausrichten kann. Es stellt die Vorarbeit für den strategischen Plan des Unternehmens dar.- Prognose
Prognosen sind Einschätzungen, wie sich ein bestimmter Beobachtungsgegenstand nach der derzeitigen Informationslage in Zukunft wahrscheinlich entwickeln wird. Die Prognose ist eine Spezialform der Projektion. Sie unterscheidet sich von der Projektion dadurch, dass eine Eintrittswahrscheinlichkeit beziffert wird.
Lesen Sie mehr Informationen zu > Zukunftsprognosen.- Projektion
Eine Zukunftsprojektion ist eine Aussage über den möglichen Zustand eines Beobachtungsobjekts im Umfeld zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft.
Wenn eine Eintrittswahrscheinlichkeit beziffert wird, handelt es sich um einen Spezialfall der Projektion, nämlich um eine Prognose.
- Risikomanagement
Risikomanagement hat das Ziel der Sicherung, Erhaltung und erfolgreichen Weiterentwicklung des Unternehmens unter Berücksichtigung der Risiken bei allen Führungs- und Durchführungsprozessen.
Das Risikomanagement ist wie das Zukunftsmanagement auf der Suche nach zukünftigen Entwicklungen, um die daraus als notwendig erkannten Veränderungen rechtzeitig im Unternehmen umzusetzen.- Roadmapping
Roadmapping ist eine Methode, die im Zukunftsmanagement im Bereich der Implementierung Anwendung finden kann, um einen Plan zur Erreichung langfristiger Ziele zu entwickeln. Dabei wird ein Ziel festgelegt und anschließend die Voraussetzungen zur Erfüllung dieses Ziels in verschiedenen Schritten identifiziert. Beim sogenannten Backcasting wird dabei immer vom Ziel rückwärts zur Gegenwart gearbeitet.
Beispiele:- Ermittlung der notwendigen Forschungserfolge zur Entwicklung einer neuen Technologie.
- Darstellung der Schritte zur Erreichung einer Zukunftsvision.
- Role Playing
Rollenspiele können in der Zukunftsforschung als Methode eingesetzt werden, um Entscheidungen von Gruppen oder Individuen zu antizipieren. Die Entscheidungssituation und die gespielten Rollen werden genau analysiert und die Rollenspieler entsprechend eingeführt. Der Ablauf des Rollenspiels wird genau analysiert, idealerweise von verschiedenen Experten unabhängig voneinander, und sollte gegebenenfalls mehrfach mit unterschiedlichen Probanden durchgeführt werden.
- Schwache Signale
Schwache Signale sind Phänomene oder Entwicklungen, die auf die Entstehung oder Umkehrung eines Trends oder auf Ereignisse in der Zukunft hindeuten. Sie sind jedoch (noch) nicht aussagekräftig genug, um sichere Schlussfolgerungen zu ermöglichen.
Beispiele:- Kim Jong Il ist seit zwölf Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.
- Ein ehemaliger belgischer Zentralbanker propagiert das Konzept einer an Commodities gebundenen Weltwährung mit inversen Zinsen
Synonym gebrauchte Begriffe: Weak Signals, frühe Signale- Science Fiction
Science Fiction ist eine unterhaltende Kunstart in Literatur und Film, die den einzelnen und die Gesellschaft in alternativen Wirklichkeitskonstellationen betrachtet. Science Fiction kann Vorlagen für zukünftige reale Innovationen und Anregungen für mögliche Zukunftsszenarien liefern. In der Zukunftsforschung wird Science Fiction für diesen Zweck herangezogen. Im Unterschied zu den im Zukunftsmanagement behandelten Fragen ist der Zeithorizont oft viel weiter und die Inhalte haben in der Regel keinen wirtschaftlichen Bezug. Eine systematische handlungsorientierte Betrachtung der Zukunft erfolgt meist nicht.
- Signal
Ein Signal ist eine Information über mögliche Entwicklungen und Ereignisse in der Zukunft.
Beispiel- Zwanzig Prozent der jungen Ausländer und zehn Prozent der jungen Inländer verlassen die Schule ohne Abschluss.
- Spiele
Als Methode der Zukunftsforschung dienen Spiele unter anderem dazu, verschiedene Alternativstrategien risikofrei auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und bestimmte Probleme zu identifizieren. Die Spiele basieren auf Modellen und Spielregeln der zu simulierenden Situation, in deren Rahmen verschiedene Spieler oder Teams um den Sieg gegeneinander oder gegen festgelegte Performance-Standards konkurrieren.
Wargaming als spezielle Art der spielerischen Simulation befasst sich besonders mit überraschenden Entwicklungen und Ereignissen.
Siehe auch:- Stage-Gate-Prozess®
Der Stage-Gate-Prozess® ist ein von Robert Cooper entwickeltes Modell, um Innovations- und Entwicklungsprozesse zu optimieren. Dabei werden Entwicklungsvorhaben in Abschnitte unterteilt, die durch sogenannte Tore voneinander getrennt sind. Anhand von vorab definierten Kriterien wird von einem Abschnitt zum anderen entschieden, ob das Projekt fortgeführt oder abgebrochen wird.
- Statistical Modeling
Statistical Modeling ist eine klassische Methode der Zukunftsforschung. Mittels komplexer mathematischer Gleichungssysteme wird das zu untersuchende System möglichst genau nachgebildet und anhand von realen historischen Daten getestet. Aus der Fortschreibung in die Zukunft sowie aus Veränderungen einzelner Variablen werden Schlussfolgerungen auf die zukünftigen Werte aller berücksichtigten Variablen gezogen.
Synonym gebrauchte Begriffe: Econometrics, Simulation, Causal Models- Strategie
siehe Zukunftsstrategie
- Strategie-Entwicklung
Die Qualität Ihrer Zukunftsstrategie bestimmt die Qualität Ihrer Zukunft. Mit einer soliden wie innovativen Zukunftsstrategie können Sie mehr von der Zukunft sehen, verstehen und haben als Ihre Mitbewerber.
Im Unterschied zu einer klassischen Unternehmensstrategie beziehen Sie mit einer Zukunftsstrategie nach dem Eltviller Modell die zukünftigen Entwicklungen und potenzielle Überraschungen auf breiterer Basis ein und leuchten Ihre Zukunftschancen weiter und breiter aus.
Ihre Zukunftsstrategie soll die Kernfragen an die Zukunft beantworten und dabei alles umfassen, von soliden langfristigen Szenarien bis zu konkreten Projekten und Prozessen.Lesen Sie weitere Informationen zur > Strategie-Entwicklung.
- Strategiefrage
Mit Strategiefragen bestimmen Sie den wesentlichen Wissens- und Entscheidungsbedarf über den besten Weg zur Erreichung von Mission und Vision im Rahmen der Leitlinien.
- Structural Analysis
Structural Analysis ist eine Methode der Zukunftsforschung, mit der versucht werden kann, die Funktionsweise eines komplexen Systems möglichst umfassend und genau zu erforschen und so die entscheidenden Faktoren für die Evolution des Systems zu ermitteln.
- Suchfeldanalyse
Die strategische Suchfeldanalyse ist ein Konzept zur Identifikation, Analyse, Beurteilung und Auswahl neuer Geschäftstätigkeiten. Durch ihre Anwendung wird permanent überprüft, ob die gegenwärtige Geschäftsstruktur eines Unternehmens noch zur Umfeldentwicklung passt oder ob neue Ansätze verwirklicht werden sollten. Suchfelder umfassen dabei die möglichen zukünftigen Betätigungsfelder eines Unternehmens, aus denen nach einer Bewertung die späteren, neuen Geschäfte ausgewählt werden.
- Szenario
Ein Zukunftsszenario ist ein System von Projektionen, das ein komplexes Bild einer möglichen Zukunft und eventuell den Weg dorthin beschreibt.
Lesen Sie mehr Informationen über > Zukunftsszenarien.
- Szenario-Methode
Methode der Zukunftsforschung, in der unter Einsatz verschiedener Techniken mehrere mögliche Zukünfte entwickelt und gegenübergestellt werden.
- Szenario-Trichter
Das Trichtermodell dient in der Zukunftsforschung dazu, die Vielfalt möglicher Zukünfte und ihre Antizipation durch Szenarien zu veranschaulichen. Je länger der betrachtete Zeitraum in die Zukunft reicht, desto größer wird die Bandbreite möglicher Entwicklungen. Der sich daraus ergebende Möglichkeitsraum öffnet sich immer stärker und zwar in der Form eines Trichters.
- Trend
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Trend einer der am häufigsten verwendeten Begriffe, wenn es um die Zukunft geht. Im unternehmerischen Zukunftsmanagement hat der Begriff eine klar definierte Bedeutung. Ein Trend beschreibt demnach kumulative, sich aus einer großen Zahl ähnlicher Entscheidungen und Bewegungen zusammensetzende Ereignisse und Entwicklungen. Im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements werden Trends neben Technologien und Themen als Zukunftsfaktoren berücksichtigt. Ein Trend im Sinne eines Zukunftsfaktors ist eine gerichtete Veränderung einer oder mehrerer Variablen eines Umfeldbereichs.
Beispiele für Trends:- Die wachsende Zahl selbstständig und selbstverantwortlich arbeitender Menschen
- Die Zunahme der als Single lebenden Menschen
Lesen Sie weitere Informationen zu > Zukunftsfaktoren!- Trendextrapolation
Trendextrapolation ist eine grundlegende Methode der Zukunftsforschung, bei der ein historischer Trendverlauf durch mathematische Regression in die Zukunft fortgeschrieben wird. Beispiele sind lineare und exponentielle Wachstumsverläufe, aber auch Zyklen und Wellenbewegungen, sowie Kombinationen verschiedener Funktionen.
Synonym gebrauchte Begriffe: Time Series, Zeitreihenanalyse, Rule-Based Forecasting, Quantitative Trendextrapolation- Trendforscher
Ein Trendforscher ist eine Person, die Trendforschung betreibt.
Lesen Sie weitere Informationen zu > Trendforschern- Trendforschung
Die Trendforschung befasst sich meist mit sozialen Trends, um daraus zukünftige Bedürfnisse der Konsumenten abzuleiten.
Lesen Sie weitere Informationen zur > Trendforschung
- Trend Impact Analyse
Die Trend Impact Analyse ist eine Methode der Zukunftsforschung, mit der die Auswirkungen möglicher zukünftiger Ereignisse auf extrapolierte Trends, Entwicklungen, Institutionen, Entscheidungen oder Strategien analysiert werden können. Zu diesem Zweck wird ein Trendverlauf erstellt und mögliche zukünftige Ereignisse identifiziert, die diesen beeinflussen könnten. Die Wahrscheinlichkeiten, Eintrittszeitpunkte und Auswirkungen dieser Ereignisse werden geschätzt und anhand der Ergebnisse eine Bandbreite möglicher, alternativer Trendverläufe ermittelt.
Siehe auch:- Überraschung
Eine Überraschung ist eine Projektion oder ein Szenario eines Ereignisses oder einer Entwicklung im Umfeld mit niedriger Wahrscheinlichkeit, aber mit potenziell starken Auswirkungen.
- Prozesshafte Überraschung: ein Musikmarkt, der ohne physische Tonträger auskommt.
- Ereignishafte Überraschung: Tsunami vom 26.12.2004.
Siehe auch:- Überraschungsfrage
Mit Überraschungsfragen bestimmen Sie den wesentlichen Wissensbedarf über mögliche und auswirkungsstarke Überraschungen in Ihrem Umfeld.
Beispiel:- Wie könnte der Bedarf unserer Kunden nach unseren Leistungen plötzlich drastisch sinken?
- Umfragen
Durch Umfragen können Informationen über Erwartungen, Einschätzungen oder andere Fragen erhoben werden. Befragt werden können unterschiedlichste Personenkreise, etwa Kunden, Mitarbeiter, Manager, Experten oder Partner. Die Informationen können gegebenenfalls als Input in das Zukunftsmanagement einfließen.
Eine klassische Methode der Zukunftsforschung, die auf Umfragen beruht, ist die Delphi-Methode.- Vision, strategische
Eine strategische Vision ist das konkrete Bild einer faszinierenden, gemeinsam erstrebten und realisierbaren Zukunft.
Beispiel:- Wir sind 2018 der schnellste Entwickler von individuellen Kosmetikprodukten in Europa.
Lesen Sie weitere Informationen zur > Strategischen Vision.- Visioning
Visioning identifiziert eine gewünschte Zukunft, und untersucht die Funktionsweise und Abläufe in dieser Zukunft. Visioning ist eine Methode, die im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements im Bereich der gelben Zukunftsbrille eingesetzt werden kann, um individuelle Antworten auf die Visionsfrage zu finden, wie ein Unternehmen im Jahr 20XX aussehen könnte.
Siehe auch:- Visions-Entwicklung
Die Visions-Entwicklung ist ein methodischer Schritt im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements. Die "gelbe Sichtweise" der Visions-Entwicklung blickt auf die angestrebte Zukunft eines Unternehmens und ist durch eine kritisch visionäre Denkhaltung bestimmt. In dieser Phase des Eltviller Modells wird die vierte Kernfrage des Zukunftsmanagements aufgegriffen: Wie soll das Unternehmen in fünf bis zehn Jahren im Sinne einer strategischen Vision aussehen? Ziel ist, zwischen mehreren möglichen Visionskandidaten zu entscheiden und auf dieser Grundlage das Bild einer faszinierenden, gemeinsam erstrebten und realisierbaren Zukunft zu zeichnen.
Siehe auch:- Visionselement
Visionselemente (Teile der Vision), die komplexe und visionäre Langfristziele sind, werden zu einer Vision zusammengesetzt. Die Vision ist die Gesamtheit der Visionselemente.
- Visionsfragen
Mit Visionsfragen bestimmen Sie den wesentlichen Entscheidungsbedarf über Ihre erstrebte Zukunft.
- Vision: Wie soll unser Unternehmen im Jahr 20XX aussehen?
- Mission: Wofür soll unser Unternehmen in der Zukunft da sein?
- Leitlinien: Wie wollen wir zukünftig entscheiden und handeln?
- Vorläuferanalyse
Die Vorläuferanalyse ist eine Methode der Zukunftsforschung, die auf der Annahme beruht, dass Entwicklungen in verschiedenen Branchen und Ländern oft ähnlich, aber zeitversetzt ablaufen. Bei der Vorläuferanalyse wird eine relevante Region oder Branche identifiziert, die in bestimmten Aspekten als "die fortschrittlichste der Welt" angesehen wird. Anhand einer genauen Beobachtung dieses Vorläufers werden Prognosen für die Entwicklung der Nachfolger entwickelt.
- Wargame
Ein Wargame ist in eine konkrete Simulation, die im Rahmen der Wargaming-Methode durchgeführt wird. Wargaming eignet sich dazu, Projektionen und Szenarien überraschender Entwicklungen zu erarbeiten. Im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements kann Wargaming als Methode zur roten Zukunftsbrille angewendet werden. Dabei verteidigen sich die Mitwirkenden gegen Angriffe und strategische Züge ihrer schärfsten Wettbewerber und anderer relevanter Akteure, sowohl der heutigen wie auch derjenigen, die erst in der Zukunft auftauchen können.
Lesen Sie weitere Informationen > FMG-WarGame
Siehe auch:- Weak Signals
siehe Schwache Signale
- Wettbewerbsforschung
Wettbewerbsforschung oder Competitive Intelligence beinhaltet die systematische und kontinuierliche Sammlung und Analyse von Informationen über Mitbewerber, insbesondere über ihre Produkt- und Markenpolitik, Forschungsergebnisse und Strategien. Ziel der Wettbewerbsforschung ist es, das Unternehmen in die Lage zu versetzen, sich frühzeitig auf erwartete Wettbewerbsveränderungen einstellen zu können.
Gemeinsamkeiten mit dem Zukunftsmanagement liegen im Erkennen wichtiger Veränderungen der Umwelt und voraussichtlicher Handlungen der Konkurrenz sowie in der systematischen Bewertung von Daten, um richtige Entscheidungen zu treffen.
Die Wettbewerbsforschung ist stärker gegenwartsorientiert. Die Suche nach Daten erfolgt eher in der Tiefe als in der interdisziplinären Breite. Es werden keine gesamtunternehmensbezogenen Zukunftsstrategien entwickelt.
Synonym gebrauchter Begriff: Competitive Intelligence- Wild cards
Wild cards sind plötzlich eintretende Überraschungen. Es gibt zwei Arten von Überraschungen, die ereignishaften und die prozesshaften. Die ereignishaften Überraschungen kommen plötzlich und werden von den Zukunftsforschern als "wild cards" bezeichnet. Bekanntes Beispiel ist der 11. September 2001 (Anschlag auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington) oder auch die Maueröffnung am 09. November 1989. Um eine ereignishafte Überraschung handelt es sich auch, wenn der Strom für mehrere Tage ausfällt, die gesamte Geschäftsführung bei einem Unfall um das Leben kommt oder ein Mitbewerber seine Preise plötzlich um 20% senkt.
Siehe auch:- Ziel, strategisches
Ein strategisches Ziel ist der gewünschte Zustand eines Gestaltungsfeldes, der nach Eigenschaften und Zeitpunkt in der Zukunft eindeutig definiert ist.
Beispiel:- Wir haben einen neuen Geschäftszweig im Optoelektronikgeschäft bis zum Ende nächsten Jahres aufgebaut.
- Zukunftsannahme
Eine Zukunftsannahme ist eine Überzeugung über die wahrscheinliche Zukunft, die in der einer Projektion oder einem Szenario zugemessenen Erwartungswahrscheinlichkeit ausgedrückt wird.
Beispiel:- "Wir nehmen mit achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit an, dass im Jahr 2020 sechzig Prozent der Menschen in der Stadt X in Einpersonenhaushalten leben werden."
Eine Erwartung ist eine Zukunftsannahme, die eine hohe Erwartungswahrscheinlichkeit ausdrückt.
- Siehe oben: Wir nehmen mit achtzigprozentiger….
Eine Eventualität ist eine Zukunftsannahme, die eine mittlere Erwartungswahrscheinlichkeit ausdrückt.- Siehe oben: Wir nehmen mit fünfzigprozentiger ….
Eine Nicht-Erwartung ist eine Zukunftsannahme, die eine niedrige Erwartungs-wahrscheinlichkeit ausdrückt.- Siehe oben: Wir nehmen mit zehnprozentiger…
- Zukunftschance
Eine Zukunftschance ist eine vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeit.
Beispiele:- Wir treten in den chinesischen Markt ein.
- Wir gründen ein Logistikunternehmen.
- Zukunftsfaktor
Zukunftsfaktoren sind Trends, Technologien und Themen, die als treibende Kräfte zukünftiger Veränderungen wirken.
Ein Thema bezeichnet ein Phänomen, das zukünftige Veränderungen in eine oder mehrere Richtungen verursacht.- Religiöse Konflikte
- Militärische Konflikte
Ein Trend ist eine eindeutig gerichtete Veränderung einer oder mehrerer Variablen im Umfeld.- Die Zahl der Reisekilometer pro Person und Jahr steigt.
Eine Technologie ist ein Werkzeug zur Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten.- Nanotechnologie
- Photonik
- Mensch-Maschine-Schnittstellen
Lesen Sie weitere Informationen zu > Zukunftsfaktoren
- Zukunftsforscher
Als Zukunftsforscher werden Personen bezeichnet, die sich mit Zukunfts- und Trendforschung befassen. Zukunftsforscher können aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen oder auch aus anderen Tätigkeitsbereichen stammen, etwa dem Journalismus. Inzwischen gibt es international immer mehr universitäre Fachstudiengänge speziell im Bereich der Zukunftsforschung.
Lesen Sie weitere Informationen zu > Zukunftsforschern
- Zukunftsforschung
Zukunftsforschung ist die interdisziplinäre Entdeckung und Analyse möglicher, plausibler wahrscheinlicher und gestaltbarer langfristigere Zukünfte.
Aufgabe der Zukunftsforschung ist die Erforschung zukünftiger struktureller Entwicklungen und Wirkungen sowie daraus Folgerungen für die Gegenwart zu ziehen. Die Grenzen zum Zukunftsmanagement sind fließend. Das Zukunftsmanagement ergänzt die Zukunftsforschung um die Einbringung in die Strategie und die praktische Umsetzung.
Die Zukunftsforschung hat im Vergleich zum Zukunftsmanagement eher einen weiteren Zeithorizont und ist in Ergebnissen abstrakter und theoretischer.
Lesen Sie weitere Informationen zur > Zukunftsforschung.- Zukunftsmarkt
Ein Zukunftsmarkt ist eine Lösung (Produkte und Dienstleistungen) für zukünftig wichtige Probleme und Wünsche bestimmter Menschen und Organisationen, die neu entsteht oder deutlich mehr Umsatz erzielen wird. Im Gegensatz zum "Zukunftstrend" und zur "Zukunftstechnologie" ist beim Zukunftsmarkt konkret vorstellbar, was, für wen, warum und wie hergestellt und verkauft wird.
Lesen Sie weitere Informationen über > Zukunftsmärkte.
- Zukunftspanorama
Das Zukunftspanorama ist das Ergebnis der Annahmenanalyse im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements, die unter dem Blickwinkel der blauen Zukunftsbrille durchgeführt wird. Das Zukunftspanorama basiert auf Zukunftsprojektionen, die vom Zukunftsteam und gegebenenfalls von externen Experten nach subjektiver Erwartungswahrscheinlichkeit evaluiert und differenziert wurden. Im Panorama sind die Projektionen als Erwartungen, Eventualitäten und Nicht-Erwartungen enthalten.
- Zukunftsprognose
Prognosen sind Einschätzungen, wie sich ein bestimmter Beobachtungsgegenstand nach der derzeitigen Informationslage in Zukunft wahrscheinlich entwickeln wird. Die Prognose ist eine Spezialform der Projektion. Sie unterscheidet sich von der Projektion dadurch, dass eine Eintrittswahrscheinlichkeit beziffert wird.
Lesen Sie weitere Informationen zu > Zukunftsprognosen.
- Zukunftsprojektion
Eine Zukunftsprojektion ist eine Aussage über den möglichen Zustand eines Beobachtungsobjekts im Umfeld zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft.
Wenn eine Eintrittswahrscheinlichkeit beziffert wird, handelt es sich um einen Spezialfall der Projektion, nämlich um eine Prognose.
- Zukunftsrad
Das Zukunftsrad ist ein einfaches MindMapping-Verfahren, um die Auswirkungen eines Beobachtungsobjekts festzuhalten und zu visualisieren. Dabei werden alle sich aus dem im Fokus stehenden Ereignis oder Trend ergebenden Konsequenzen kreisförmig um das Objekt angeordnet und durch Linien verknüpft. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis schließlich alle möglichen Auswirkungen festgehalten sind.
Siehe auch:- Zukunftsstrategie
Eine Zukunftsstrategie dient im Rahmen der Mission und unter Beachtung strategischer Leitlinien der effizienten und konsistenten Verwirklichung der strategischen Vision und umfasst messbare Ziele, Projekte, Prozesse, Systeme, Entwicklungschancen und Eventualstrategien. Die Zukunftsstrategie vereint die im Zukunftsmanagement gewonnenen Erkenntnisse in einem geordneten System planvollen Handelns im geschäftlichen Alltag.
Die Zukunftsstrategie wird im Eltviller Modell des Zukunftsmanagements unter dem Blickwinkel der violetten Zukunftsbrille im Rahmen der Strategie-Entwicklung bestimmt. Sie ist die Gesamtheit der Denkobjekte, die für die Antizipation der Zukunft, das Setzen der Mission, Vision und Leitlinien sowie das Setzen und Verfolgen von Zielen nötig sind.
Eine Zukunftsstrategie schafft Orientierung und Verantwortung im Tagesgeschäft, erhöht die Effizienz durch Konzentration der Kräfte, ermöglicht regelmäßige Erfolgskontrolle und erhöht die Wahrscheinlichkeit und den Grad des Erfolges.
Strategie ist die Gesamtheit von Entscheidungen, Leitlinien und Aktivitäten für das Setzen und Verfolgen langfristiger Ziele.
Zukunftsstrategie ist die Gesamtheit der Denkobjekte, die für die Antizipation der Zukunft, das Setzen von Mission, Vision und Leitlinien sowie das Setzen und Verfolgen von Zielen nötig sind.
Lesen Sie weitere Informationen zur > Zukunftsstrategie.
Siehe auch:- Zukunftsszenario
Ein Zukunftsszenario ist ein System von Projektionen, das ein komplexes Bild einer möglichen Zukunft und eventuell den Weg dorthin beschreibt.
Lesen Sie weitere Informationen über > Zukunftsszenarien.