Bedeutung des Zukunftsmanagements

Langfristige Richtungsentscheidungen, ob bewusst oder unbewusst gefällt, bestimmen, wie investiert, wie konkurriert, wie gearbeitet und wie entschieden wird. Diese Entscheidungen schlagen sich nieder in Anlagen, Software-Systemen, Strukturen und der Unternehmenskultur. All dies lässt sich nicht mal eben schnell in ein paar Monaten ändern. Sie legen sich fest, teilweise auf zehn und mehr Jahre.

Fragt man ein beliebiges Publikum, welcher prozentuale Anteil des Unternehmenserfolges von langfristigen Weichenstellungen abhängt, bekommt man interessanterweise immer ungefähr die gleiche Antwort: siebzig Prozent. Niemand kann diesen Wert messen oder gar beweisen, aber offenbar hat man ein gutes Gefühl für die große Bedeutung des Zukunftsmanagements. Seien es auch nur fünfzig oder sechzig Prozent, es ist ein sehr großer Teil des Erfolges.

Interessant ist nun zu prüfen, wie viel Zeit Top-Entscheider für gewöhnlich damit verbringen, über genau diese großen Richtungsentscheidungen bewusst und systematisch nachzudenken. Einer Untersuchung der amerikanischen Professoren Hamel und Prahalad zufolge verwenden leitende Manager nicht mehr als 2,4 Prozent ihrer Zeit für die Arbeit an der Vision. Zwei bis drei Prozent der Arbeitszeit sind in den meisten Ländern rund 5,5 bis 6,0 Arbeitstage pro Jahr.

Das ist nicht etwa zu wenig, es reicht in der Regel aus. Das Verhältnis von Zeitaufwand zum Nutzen macht jedoch deutlich, welcher starke Hebel in einem bewussten Zukunftsmanagement liegt. Genau so, wie diese Hebel-Wirkung mit wenig Aufwand große Erfolge begründen kann, kann man mit schlechtem Zukunftsmanagement ein Unternehmen leicht gegen die Wand fahren. Die Qualität des Zukunftsmanagements bestimmt maßgeblich, ob ein Unternehmen prosperiert oder zugrunde geht.