BKA: Szenarien zur Internet-Kriminalität
Der Klient
Das Bundeskriminalamt (BKA) trägt in Kooperation mit in- und ausländischen Behörden zur Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit bei.
Ziele
Während die Zahl der registrierten Straftaten in Deutschland insgesamt sinkt, erreicht die Internet-Kriminalität einen neuen Höchststand. Das Internet eröffnet Straftätern und Terroristen zahlreiche Möglichkeiten der missbräuchlichen Nutzung.
Ziel des Projekts war es, künftige Szenarien der Internet-Kriminalität zu erarbeiten und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Es sollte ein Annahme-Szenario mit den wahrscheinlichsten Entwicklungsrichtungen erarbeitet und diesem relevante Alternativ-Szenarien zur Seite gestellt werden.
- Um auch weniger wahrscheinliche, überraschende Entwicklungen antizipieren zu können, sollten Überraschungs-Szenarien entwickelt werden.
Projektphasen
Das Szenario-Projekt wurde zwischen März und Oktober 2010 unter Mitwirkung aller Abteilungen des BKA sowie 15 weiterer externer Experten aus Sicherheitsbehörden, der Wissenschaft und der Wirtschaft durchgeführt.
Zukunftsradar: Am Anfang des Projektes stand eine Umfeldrecherche. Dieses Zukunftsradar wurde in folgenden Schritten vollzogen:
- Bestimmung der zentralen Zukunftsfragen
- Auswahl der wichtigsten Zukunftsfaktoren
- Ausführliche Recherche nach Faktoren, Signalen und Projektionen im FutureNet der FMG sowie in allen zukunftsrelevanten Quellen
- Aufbereitung der Ergebnisse in Text, Tabellen und Charts.
Annahme-Szenarien: 14 Annahmefragen bildeten die Basis für die Entwicklung von 34 Zukunftsprojektionen. Diese wurden von den Experten hinsichtlich ihrer Erwartungswahrscheinlichkeiten beurteilt. Als Ergebnis lagen ein Annahme-Szenario mit den jeweils höchsten Erwartungswahrscheinlichkeiten und vier Alternativ-Szenarien vor.
Überraschungs-Szenarien: Zur vollständigen Sicht auf die Zukunft der Internet-Kriminalität im Kontext der polizeilichen Arbeit gehört auch der Blick auf die weniger wahrscheinlichen, aber im Ernstfall sehr bedrohlichen Entwicklungen und Ereignisse. Hierzu wurden von den Experten - unter anderem mit einem Wargame - insgesamt 93 vorstellbare Überraschungen entwickelt, aus denen in einem Auswahlprozess die fünf bedeutendsten Überraschungs-Szenarien zur weiteren Bearbeitung ausgewählt wurden.
Handlungsempfehlungen: Die tiefere Analyse der Szenarien führte zu 45 Handlungsempfehlungen, die adäquate zukunftsweisende Antworten auf die technischen und vor allem gesellschaftlichen Entwicklungen der kommenden Jahre bieten und auch drohende Überraschungen berücksichtigen. 20 der 45 Handlungsoptionen wurden als konkrete Maßnahmen zur Umsetzung empfohlen.
Klientenurteil
"Mit Hilfe der Szenarien konnten die wichtige aktuelle Diskussion zur Bekämpfung des wachsenden Kriminalitätsfeldes Cybercrime argumentativ hinterlegt sowie – trotzt hoher Komplexität des Themas – die bedeutendsten und wirksamsten Gestaltungsfelder identifiziert werden. Durch das Projekt wurde das Problembewusstsein für künftige Entwicklungen im Bereich Cybercrime geschärft. Gleichzeitig konnten Lösungen aufgezeigt werden, die eine langfristige Bekämpfungsstrategie möglich machen." (BKA)
Sind Sie neugierig geworden?
Gerne erzählen wir Ihnen mehr über unsere Arbeit. Nehmen Sie Kontakt zum Projektleiter Gregor Schiffer auf!

