Viele Zukunftsvisionen des modernen Straßenverkehrs konzentrieren sich zumeist auf kleinere, umweltfreundlichere, intelligentere Fahrzeuge, neue Nutzungskonzepte wie Car-Sharing oder auf neue Parkplatzlösungen. Es gibt aber auch sehr konkrete Verkehrsmodelle, die ganz neue Dimensionen des Bewegt-Werdens einbeziehen.

City-Seilbahnen

Über den Wolken der Städte ist die Freiheit zwar nicht grenzenlos, aber zumindest sind die Platzverhältnisse noch deutlicher entspannter als auf den Straßen. In Venezuelas Hauptstadt Caracas wurde dies erkannt und umgesetzt: Dort ist eine mehr als sechs Kilometer lange Seilbahnstrecke Bestandteil des öffentlichen Metronetzes. Auch in Hamburg gibt es Überlegungen, vom Stadtteil St. Pauli aus eine eineinhalb Kilometer lange Gondelstrecke über die Elbe zu spannen. Die Vorteile städtischer Seilbahnen liegen auf der Hand: Sie schweben ohne Unterbrechung über bestehende Straßen hinweg, verbrauchen kaum zusätzlichen Platz und benötigen wenig Infrastruktur. Darüber hinaus sind die Seilbahnen leise – und eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel überhaupt. Gerade auch in Städten mit vielen Wolkenkratzern könnten sich City-Seilbahnen durchsetzen.
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Aero Train

Der von einem japanisches Forscherteam entwickelte Aero Train bewegt sich ähnlich einem Luftkissenbot nur wenige Zentimeter über dem Untergrund schwebend fort. Er nutzt dabei das „Bodeneffekt“ genannte physikalische Phänomen, bei dem ein luftumströmter Körper unter bestimmten Bedingungen in Bodennähe Auftrieb erhält. Das Fahrzeug gleitet auf einer Luftwalze, wodurch es keinerlei Rollwiderstand gibt. Die Route wird durch einen Tunnel definiert, dessen Dach aus Solarzellen besteht. Der dort produzierte Strom soll dann per Induktionstechnik direkt in die Batterien des Aero Train geleitet werden und die Rotoren antreiben. Ein ferngesteuerter Prototyp eines solchen von Propellermotoren angetriebenen Aero Trains funktioniert bereits.
Quelle 1 (Government of Japan)
Quelle 2 (Spiegel online)

Hover-Car

Was bei Zügen funktioniert, geht auch im individuellen Nahverkehr: Volkswagen auf der „Auto China 2012“ in Peking das „Hover-Car“ vorgestellt – einen schwebender Zweisitzer, der sich in der Zukunft emissionsfrei über elektromagnetische Straßennetze fortbewegen könnte. Es handelt sich hierbei um ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, das knapp über dem Boden schwebt und sich mithilfe von elektromagnetischen Feldern bewegt, die von entsprechenden Leitungen in der Straße erzeugt werden.
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Acabion

Das Acabion ist ein ganzheitliches und (r)evolutionär innovatives Verkehrssystem, entwickelt von Dr. Peter Maskus, einem früheren Ingenieur bei Porsche. Es besteht aus neuen solarelektrischen Fahrzeugen, die dank ultimativer bionischer und physikalischer Konsequenz eine ungeahnte Effizienz erreichen. Optisch erinnert es weniger an ein klassisches Auto, eher an ein Flugzeug-Cockpit auf zwei Rädern, ähnlich einem Liegefahrrad. Lediglich bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h werden zwei zusätzliche Stützräder ausgefahren, die das Acabion auch in Kurven sicher halten. Dank seines niedrigen Gewichts (360 Kilogramm) und der strömungsgünstigen Karosserie schafft es das Gefährt auf imposante 450 Kilometer pro Stunde. Der Spritverbrauch kann je nach Motorisierung auf drei Liter pro 100 Kilometer sinken – und das bei Tempo 200. Im Stadtverkehr übernimmt ein Elektromotor den Antrieb. Zwei Erwachsene mit Gepäck haben hintereinander Platz. Erst diese Effizienz erlaubt den Einsatz von Solarstrom. Zur Nutzung mit einem Acabion bedarf es nur leichter und fast kostenloser Anpassungen des integrierten alten Verkehrsnetzes wie etwa Markierungen für eine neue Streamliner-Fahrspur, sowie zusätzlicher sehr einfachrn und dennoch hochgradig leitungsfähiger Hochtrassen.
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Unterdruck-Magnetbahn

Ähnlich dem System einer maximalbeschleunigten Rohrpost sollen nach dem Plan des ET3-Konsortiums in Zukunft automobilgroße Magnetschwebe-Kapseln für bis zu sechs Personen in einem luftleeren Röhren-Netz verkehren und dabei Rekordgeschwindigkeiten von bis zu 6500 Stundenkilometern erreichen. Evacuated Tube Transport (ETT) heißt das System, das durch Motoren in der Transportröhre betrieben wird. Ein Magnetfeld an der Kapsel sorgt dafür, dass sie in der Röhre schwebt, während Wirbelströme in den Leitern für ihren Vortrieb sorgen. In den Vakuumröhren soll die Strecke von Peking nach New York innerhalb von zwei Stunden zu bewältigen sein.
Quelle 1 (Welt)
Quelle 2 (BZ)
Quelle 3 (ET3)

Spaceliner

Wem 6.500 Stundenkilometer noch nicht reichen, könnte mit dem „Spaceliner“ auf seine Kosten kommen. Bislang muss man für die Reise von Deutschland nach Australien etwa 30 Stunden einplanen. Sollte das Flugzeug mit einer Maximalgeschwindigkeit von 11.000 km/h bis 2040 den Linienbetrieb aufgenommen haben, wäre diese Strecke während eines Fußballspiels zu schaffen. Die Luftfahrtexperten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen gehen davon aus, dass es in etwa 30 Jahren soweit sein könnte. Neben der Geschwindigkeit zeichnen sich die Flugzeuge der Zukunft dadurch aus, dass sie senkrecht starten und horizontal landen können und außerdem kein Kohlendioxid ausstoßen sollen. Ähnlich wie beim Space Shuttle werden in den Triebwerken flüssiger Wasserstoff und Sauerstoff verbrannt, was zwar eine Tank-Temperatur von ca. – 200 Grad Celsius erfordert, aber so gut wie vollkommen emissionsfrei ist.
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Scramjet: In zwei Stunden nach Sydney

Im Mai 2010 wurde in den USA erstmals ein Hyperschall-Flugkörper erfolgreich getestet. Immerhin 200 Sekunden lang flog die X-51A „Waverider“ lang mit fünffacher Schallgeschwindigkeit. Die Maschine wurde von einem B-52-Bomber in eine Höhe von 15 Kilometern gebracht, ausgeklinkt und von einer Feststoffrakete auf 4,8fache Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Dann wurde der herkömmliche Treibsatz abgeworfen und der sogenannte Scramjet der X-51A gezündet. Er ließ das Geschoss rund drei Minuten lang mit mehr als Mach 5 durch die Atmosphäre donnern. Der „Supersonic Combustion Ramjet“ („Überschall-Verbrennungs-Staustrahltriebwerk“) besitzt praktisch keine beweglichen Teile wie etwa die Schaufelräder herkömmlichen Strahltriebwerken und nutzt den Effekt, dass die Luft bei hohen Fluggeschwindigkeiten mit enormer Gewalt in den Einlass gepresst wird. Ein Scramjet macht so Geschwindigkeiten möglich, die konventionelle Triebwerke niemals aushalten würden – was die Erfindung für Militärstrategen sehr interessant macht.
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