Chancen und Strategien für den Mobilitätsmarkt der Zukunft

Elektromobilität und das autonome Fahren werden kommen. Dies ist inzwischen allgemein bekannt und vielfach beschrieben. Uneinigkeit besteht aber nach wie vor bezüglich der Geschwindigkeit der Veränderung. Werden wir bereits in 10 bis 15 Jahren oder erst in 20 bis 30 Jahren in einer hoch automatisierten, elektrischen Mobilitäts-Service-Welt leben, die mit deutlich weniger Autos mehr und bessere Mobilität verspricht?

Wie auch immer es kommen wird, Unternehmen im Automobilsektor tun gut daran, auch drastischere Szenarien strategisch zu durchdenken, um sich zukunftsrobust aufzustellen.

Kürzlich habe ich die sechs wesentlichen Grundtypen für strategischen Optionen beschrieben, mit denen Automobilzulieferer auf den Wandel reagieren können. Diese Strategiearchetypen sind aus unseren Beobachtungen von erfolgreichen und erfolglosen Strategien der letzten zehn Jahre entwickelt. Ergänzend haben wir rund 50 Studien ausgewertet, die Zukunftstrends, Marktszenarien und Strategieempfehlungen für Automobilhersteller und Zulieferer behandeln.

Overview of strategy archetypesGerade für Automobilzulieferer entstehen darüber hinaus viele Handlungsoptionen, die die Zukunftsfähigkeit stärken. Einige Beispiele:

1. Neue Akteure und Geschäftsmodelle bedienen

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten treten neue Akteure in größerem Stil im Wettbewerbsumfeld auf, insbesondere E-Mobility-Pure-Player, chinesische OEMs und digitale Mobilitätsplattformen. Der frühe Aufbau von Beziehungen zu diesen aufsteigenden Sternen schafft eine Position, mit den Gewinnern der Zukunft zu gewinnen. Neue Geschäftsmodelle bedeuten auch neue Kundenbedürfnisse, die mit neuen Lösungen adressiert werden müssen.

2. Ausgliederung von "Bad Business"

Einige Zuliefersegmente, Kompetenzen, Ressourcen und Infrastrukturen sind besonders stark von den kommenden disruptiven Kräften bedroht. Durch die Ausgliederung oder den Verkauf solcher traditionellen Geschäftsfelder mit geringer strategischer Relevanz können Ressourcen freigesetzt werden, um stark in aufstrebende Geschäftsfelder zu investieren.

3. Fokus auf Software und Dienstleistungen

Der relative Anteil der mit Hardwarekomponenten generierten Gewinne wird voraussichtlich sinken. Durch die Fokussierung auf Software und Services können diese stark wachsenden Märkte erschlossen werden.

4. Aufstieg in der Zulieferhierarchie

Traditionelle OEMs versuchen, ihre interne Wertschöpfung in nicht strategischen Bereichen zu reduzieren. Neue OEMs suchen nach Partnern, die möglichst viele Systeme für sie integrieren können. Gleichzeitig setzt sich die Lieferantenkonsolidierung traditioneller Segmente fort. Viele Lieferanten richten die Prioritäten in ihrem Portfolio neu aus. Dies eröffnet die Möglichkeit, von einer Position als Komponentenhersteller zum Systemhersteller oder zum Systemintegrator aufzusteigen.

5. Fokussierung auf den Endkunden

Das Monopol der OEMs auf die Interpretation der Bedürfnisse des Endverbrauchers ist vorbei. Lieferanten können von einer OEM-orientierten zu einer endnutzerorientierten Perspektive wechseln.

6. Einzigartige Datenquellen für digitale Geschäftsmodelle bereitstellen

Die Bedeutung von Daten steigt im Zeitalter der digitalen Wertschöpfung weiter an. Lieferanten können sich differenzieren, indem sie einzigartige Datenquellen in ihre Produkte integrieren und durch neue Erkenntnisse aus der Sensorfusion einen Mehrwert schaffen.

7. Datenherrschaft erreichen und Datenanalysen nutzen

Über das Bereitstellen von Datenquellen hinaus zu gehen und die Herrschaft über die Daten anzustreben, kann Erkenntnisse für die Produkt- und Serviceentwicklung sowie eine einzigartige Kundenkenntnis schaffen. Die Daten können auch verwendet werden, um völlig neue Geschäftsmodelle und Umsatzströme zu generieren.

8. Allianzen bilden und Business-Ökosysteme aufbauen

Erfolgreich die nächsten Jahre zu steuern, um in der nächsten Ära zu florieren, erfordert massive Investitionen sowie vielfältige neue Kompetenzen. Starke Allianzen aufzubauen und Teil eines etablierten Business-Ökosystems zu sein, kann die Erfolgschancen erhöhen.

Jedes Unternehmen hat eine andere Ausgangslage und somit auch seine ganz eigenen Zukunftschancen und strategischen Handlungsoptionen. Es in die nächste Ära zu führen, ist eine große Herausforderung. Die Entscheidung für die richtige Ausrichtung und Strategie ist nur der erste Schritt. (Oder für die weniger Lesewilligen hier als Video)

Welche Chancen und Bedrohungen birgt der Wandel des Mobilitätsmarktes noch? Welche strategischen Optionen sehen Sie? Wo steht Ihr Unternehmen heute und wo wollen Sie in Zukunft stehen? Ich freue mich auf den Dialog. Hier per Kommentar oder per persönlicher Nachricht.

Und wenn Sie meinen nächsten Beitrag nicht verpassen wollen, folgen Sie mir einfach hier auf LinkedIn.

Talkshop "Vision und Strategie für die Zukunft der Mobilität"

Am 15.11. treffen sich Unternehmer, Geschäftsführer und Strategie-Experten führender Automobil- und Mobilitätsunternehmen, um die wichtigsten Szenarien und Zukunftsstrategien zu diskutieren.

Termin: 15.11.2018, 18 Uhr
Ort: FutureManagementGroup AG, Am Klingenweg 13, 65396 Walluf (bei Wiesbaden)
Kosten: frei, Anmeldung erforderlich

Information und Anmeldung hier

Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Enno Däneke

Enno Däneke
Sie erreichen mich unter ED@FutureManagementGroup.com sowie unter +49 173 346 98 40.






Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder

zurück

+49 (0) 6123 - 60109 - 0
+49 (0) 6123 - 60109 - 0