Die Automobilbranche steht vor dem größten Wandel ihrer Geschichte. Bereits in 15 Jahren, so ein denkbares Szenario, wird niemand mehr ein Auto kaufen. Der Grund: Durch zunehmende Vernetzung und intelligente Automatisierung der Fahrzeuge wird Mobilität zu einem Service-Angebot – ein Multi-Billionen-Dollar-Markt. Die Unterschiede zwischen der alten Ära des Automobils und der neuen Ära der Mobilität sind massiv, aber mit einer guten Strategie, kann die Transformation gelingen.

Nichtsdestotrotz bringen Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung große Herausforderungen und nicht unerhebliche Risiken mit sich. Einige Beispiele für den Wandel in der Automobilbranche:

  1. Das Vertrauen der Autokäufer in realistische Testverfahren und tatsächliche Optimierungspotenziale bei konventionellen Antrieben sinkt.
  2. Anstatt sich grundsätzlich neu aufzustellen, investieren Automobilzulieferer immer noch gleichzeitig in alte und neue Technologien.
  3. Es herrscht Unsicherheit darüber, welche Marktsegmente und Geschäftsfelder wann aufgegeben oder neu erschlossen werden sollten.
  4. Agile Entwicklung sowie schneller Know-how-Aufbau durch Partnerschaften oder Akquisitionen gewinnen stark an Bedeutung.
  5. Aufgrund der deutlich geringeren Wartungsintensität und Reparaturanfälligkeit der Elektromotoren werden weniger Ersatzteile benötigt.
  6. Niedrige Markteintrittsbarrieren im Bereich der Elektromobilität eröffnen neuen Playern Chancen. Die Wettbewerbsintensität nimmt weiter zu.
  7. Softwareentwicklungen gewinnen im Vergleich zur Hardware noch stärker an Bedeutung. Der ‚War for Talents‘ auf diesem Gebiet verschärft sich.
  8. Digitale Services, die sich an den wirklichen, teils nur latent vorhandenen, Erwartungen der Kunden orientieren, gewinnen an Bedeutung.
  9. Entwicklungszyklen digitaler Produkte werden weitgehend vom Auto entkoppelt (Over-the-Air-Updates etc.), das heißt, Entwicklungsprozesse verkürzen sich.
  10. Flottenbetreiber werden die Fahrzeuge direkt bei den OEMs beziehen oder sogar selbst entwickeln.
  11. Die zunehmende Standardisierung und immer breiter gefasste Fahrzeugplattformen erhöhen den Druck auf Komponentenhersteller. Immer weniger Anbieter liefern immer größere Stückzahlen zu wettbewerbsbedingt niedrigeren Preisen.
  12. Die mögliche Konzentration auf kompaktere Fahrzeugklassen im Bereich Sharing und Mobility-as-a-Service geht zu Lasten anderer Segmente, die heute profitabler sind.
  13. Durch die Zunahme von Nutzungsstunden pro Fahrzeug sind teilweise robustere, d. h. haltbarere Lösungen, zum Beispiel bei Autositzen, notwendig (Materialien, Textilien etc.).
  14. Digitale Schnittstellen vernetzter Fahrzeuge ermöglichen es den Automobilherstellern, verstärkt in den After-Sales-Services-Markt vorzudringen. Händler und Werkstätten verlieren den Endkunden.
  15. Die Schnittstellen- und Datenhoheit liegt nicht bei den etablierten Unternehmen, sondern bei den großen IT- und Internetunternehmen mit hoher Kompetenz in den Bereichen Software, Algorithmen, KI sowie Erfassung, Analyse und Verarbeitung von Daten.
  16. Fahrzeughersteller kooperieren verstärkt mit Unternehmen der IT- und Halbleiterbranche unter Umgehung der etablierten Zulieferer.
  17. Autonome Fahrzeugfunktionen erfordern zunehmend komponentenübergreifendes System-Know-how.
  18. Robotaxis werden so sicher, dass zahlreiche Komponenten und Systeme im Fahrzeug, die der Sicherheit der Insassen dienten, nicht mehr notwendig sind.
  19. Die Robotaxis werden in großen Stückzahlen aus hochstandardisierten Modulen auf Giga-Plattformen produziert. Nur große und international aufgestellte Zulieferer können hier noch Wertschöpfung realisieren.
  20. Durch die deutlich höhere Auslastung verkürzt sich die Lebensdauer der Flotten-Fahrzeuge in Jahren bei gleichzeitiger massiver Steigerung der Kilometerleistung.
  21. Individuelle Profile unterschiedlicher Nutzer bei gleichzeitiger Standardisierung der Mobility-as-a-Service-Fahrzeuge erfordern neue, flexiblere Fahrzeugkonzepte.


Jedes Unternehmen muss seine eigene Antwort auf die Frage entwickeln, worauf es sich in Zukunft ausrichten will.

Wenn sich Märkte radikal wandeln, gibt es immer Verlierer und Gewinner. Gewinnen werden diejenigen, die ihr Geschäftsmodell frühzeitig auf die neue Realität ausrichten. Jedes Unternehmen muss seine eigene Antwort auf die Frage entwickeln, worauf es sich in Zukunft ausrichten will.

Die Zukunft ist für Automobilhersteller, Zulieferer, Händler und ihre Dienstleister äußerst ungewiss. Sie werden nur überleben, wenn sie ihre Positionierung und Vision zukunftsrobust definieren und sich konsequent auf die nächste Ära vorbereiten. Die Neuausrichtung des Geschäfts unter Berücksichtigung der branchenübergreifenden Trends (Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle, automatisiert-elektrisches Fahren etc.) und der individuellen Stärken ist für diejenigen, die im Markt bestehen wollen, realistisch betrachtet zwingend notwendig.

Dieser Beitrag zum Wandel in der Automobilbranche basiert auf den aktuellen Market Foresights:

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