Die Mobilität befindet sich auf der Schwelle zu einem der größten Umbrüche der letzten Jahrzehnte. Getrieben von Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung müssen sich Fahrzeughersteller, Zulieferer und Verkehrsunternehmen neu aufstellen. Wie kann das gelingen? Aus meiner Arbeit mit zahlreichen führenden Unternehmen kristallieren sich derzeit vor allem vier erfolgversprechende Strategien heraus.

1. Kooperation und Integration

Die städtische Mobilität der Zukunft ist geprägt durch Integration und Disruption. Etablierte Anbieter von Mobilitätslösungen müssen ihr Portfolio überdenken und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Kooperationen und strategische Allianzen – verstärkt auch mit den neuen Playern im Markt –, die weniger das einzelne Produkt als die konkreten Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt rücken, gewinnen an Bedeutung. In der Summe dürften Betreiber und Anbieter durch Kooperationen und integrierte Angebote neue Nutzer gewinnen – zuungunsten des motorisierten Individualverkehrs. Die zunehmende Integration einer Vielzahl von Mobilitätsangeboten und Services bietet den verschiedenen Akteuren die Chance, sich als verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsanbieter und –navigatoren zu positionieren. Hier ist allerdings mit einer raschen Konsolidierung zu rechnen, da Nutzer nicht bereit sein dürften, verschiedene Plattformen und Informationsangebote zu nutzen. Verkehrsverbünde werden sich zu Mobilitätsverbünden entwickeln.

2. Neue Preismodelle

Auch die Gestaltung neuer Preismodelle bietet zahlreiche Chancen für Unternehmen. Nachgefragt werden in Zukunft Angebote, die Einfachheit und Transparenz bieten, zugleich aber den individuellen Nutzungsgewohnheiten Rechnung tragen müssen. Vorstellbar sind zum Beispiel zeit- oder entfernungsbasierte Preismodelle, aber auch Flatrates und Abonnements (Mobilitätskarten) oder dynamische Systeme, bei denen Algorithmen die Preise automatisch unter Einbeziehung verschiedener Parameter anhand des aktuellen Marktbedarfes ermitteln.

Sollten sich mittel- bis langfristig autonome Fahrzeuge im Stadtverkehr durchsetzen, sind auch teilweise werbefinanzierte Preismodelle denkbar oder Preispakete, die eine mobile Internetnutzung und Infotainment-Angebote sowie weitere Bezahl-, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen integrieren.

3. Plattformen

Die Plattform ist ein Meta-Geschäftsmodell, die Analyse und Nutzung der auf ihr erzeugten oder bereitgestellten Daten Voraussetzung für die Entwicklung neuer Services und Geschäftsmodelle, die sie – auch wiederum als neue Datenquellen – integriert. Die Services werden auf Plattformen gebündelt und können individuell im Baukastenprinzip aus der Cloud bezogen werden.

4. In-Vehicle Services

Dienstleistungen für mobile Menschen gewinnen in Zukunft an Attraktivität. Verstärkt nachgefragt werden dürften: Navigationsdienstleistungen, Location Based Services, Infotainment-Angebote (auch über neue Interfaces), E-Commerce-Funktionen, Kommunikationsdienstleistungen, Virtualisierung (Schnittstellen zum Smart Home und zum Arbeitsplatz), Automatisierungs- und Sicherheitsdienstleistungen, Parkraummanagement sowie Condition Monitoring und Fernwartung. Steigende Nutzerzahlen und die wachsende Menge an Mobilitätsdaten ermöglichen es, die Angebote immer besser auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen. Die verbesserten Services wiederum ziehen neue Nutzer an.

Fazit

Der Mobilitätsmarkt der Zukunft wird weniger durch Konkurrenz als durch Kooperation und Integration geprägt sein. Um Chancen zu nutzen, sollten sich Anbieter strategisch entsprechend positionieren und die notwendigen (digitalen) Schnittstellen schaffen, um im Ökosystem ‚urbane Mobilität‘ an künftigen Wertschöpfungsquellen zu partizipieren. Diese Services und Kompetenzen gewinnen an Bedeutung: verleihen, teilen, vermitteln, organisieren, orchestrieren, navigieren, informieren, auswerten, updaten, absichern.

Hinweise:

Dieser Beitrag enthält Auszüge aus dem Market Foresights Report Future Urban Mobility – Städte als Zentren der Neuordnung des Mobilitätsmarktes. Der vollständige Report kann hier heruntergeladen werden.

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