Augmented und Virtual Food: Wie die Digitalisierung von Lebensmitteln einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen und eine gesunde Ernährung fördert

2018: Zwischen Burger-Abend und Bikini-Figur

18 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen in Deutschland haben schon öfter eine Diät gemacht. Kein Wunder: Wir werden immer dicker! Sechs von zehn Männern und fast vier von zehn Frauen sind übergewichtig. Frauen scheinen sich, vergleicht man die Zahlen, eher um ihre Figur zu sorgen als Männer. Aber warum werden wir eigentlich immer dicker, obwohl der Markt für Diätprodukte, Ernährungsratgeber und Coaching-Apps wächst? Auch die Mitgliederzahl in Fitness-Studios ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Was machen wir falsch? Unzählige Diätformen werden uns schmackhaft gemacht, doch keine schlägt dauerhaft an. Diäten scheinen nicht nachhaltig zu wirken. Wir werden zu Wiederholungstätern: hemmungsloses Schlemmen, dann wieder eine Diät. Der Verzicht auf Laktose, Gluten und andere Lebensmittelinhaltsstoffe fällt kaum ins Gewicht. Wir ernähren uns gesünder, aber auch Bio-Produkte machen dick. Gibt es überhaupt eine ‚richtige‘ Ernährungsweise? Und inwieweit kann der technologische Fortschritt unsere an kurzfristigen Zielen orientierte Esskultur (heute Burger-Abend, morgen Bikini-Figur) zum Besseren wenden? Eine Chance wäre es, wenn das, worauf wir verzichten, unmittelbar durch etwas anderes aufgewogen würde. Augmented und Virtual Reality eröffnen hier interessante Zukunftschancen.

2030: ‚The light side of life‘ – eine Ernährungsweise, die Sie bestimmt noch nicht kennen

Hannah und Leon, geboren kurz nach der Jahrtausendwende, haben sich während ihres Studiums kennengelernt und leben seit zwei Jahren in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung im Hamburger Baakenhafenquartier. Hannah arbeitet als Augmented Reality Marketing Managerin, Leon als Virtual Reality Special Effect Designer.  Es ist der erste Freitag im Monat, der traditionelle Tag für Hannahs Frauen- und Leons Männerabend.

Hannah trifft sich mit ihren Freundinnen im Veast, einem Virtual-Reality-Restaurant, das gerade sehr angesagt ist und mit dem Slogan wirbt: ‚5 Gänge, 500 Kalorien‘. Das Essen besteht aus kalorienarmen Nahrungsmitteln wie Algen, Insekten und verschiedenen Gemüsen. Das Besondere: Die einzelnen Speisen werden virtuell ‚enhanced‘. Dazu laden sich Hannah und ihre Freundinnen das Begleitprogramm zum jeweils ausgewählten Menü auf ihre smarten Kontaktlinsen. Auf den Tellern sind nun teilweise andere Speisen und das in deutlich größerer Menge zu sehen. Hannah schlemmt sich ohne Angst um ihre Figur durch die fünf Gänge. Sie genießt den ausgezeichneten Geschmack der zubereiteten Speisen und staunt über das täuschend echte Aussehen der virtuellen ‚Beilagen‘. Sie kann das Fake-Steak sogar mit ihrer Gabel auf dem Teller hin- und herbewegen. Monika meint, dass das doch auch ein tolles Geschäftsmodell für die Lebensmittelindustrie wäre. „Eine Mini-Fertigpizza, die aussieht wie beim Italiener um die Ecke!“ – „Aber mit doppelt so viel Käse!“ lacht Hannah.

Leon verbringt den Abend mit seinen Freunden im Mock, einer neuen Bar, die virtuelle Cocktails anbietet. Im Prinzip besteht jeder ‚Mocktail‘ nur aus Wasser und der passenden Dekoration. Farbe, Geruch und Geschmack werden visuell, olfaktorisch und elektronisch simuliert oder stimuliert. Über das in den Tisch eingelassene Display können die drei Männer aus rund 100 ‚Mocktails‘ auswählen. Leon dreht sein High-Tech-Glas in der Hand und staunt über die perfekt verarbeitete Elektronik. Er legt die Lippen auf die Elektroden am Glasrand. Der ‚Mockito‘ schmeckt täuschend echt. Der Geruch nach Minze steigt ihm in die Nase – und der ‚Mocktail‘ nicht zu Kopf.

Augmented und Virtual Food als neues Geschäftsmodell für Lebensmittelhersteller

Augmented und Virtual Reality eröffnen Lebensmittelherstellern die Chance, ihre Produkte um Zusatzinformationen und neue multisensorische Erlebnisdimensionen zu erweitern. In einem ersten Schritt wären das Informationen zu Herkunft, Inhaltsstoffen und Haltbarkeit, Rezeptvorschläge, soziale Vernetzungsmöglichkeiten, Games etc. Mittel- bis langfristig ist eine völlig neue Produktkategorie denkbar: Designs, Geschmackrichtungen und Gerüche werden über Internetplattformen verkauft und ergänzen oder substituieren Basisprodukte. Hierdurch können Unternehmen der Lebensmittelindustrie einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen und eine gesunde Ernährung gezielt fördern. Es ist der ‚Frei von‘-Ansatz radikal gedacht, ergänzt um digitale Mehrwerte, für die zu bezahlen Kunden in einigen Jahren bereit sein könnten.

Inspiriert durch:

Sie wollen mehr über die Zukunft der Lebensmittelindustrie erfahren? 

Market Foresight: Future Food Technology

Ihr Ansprechpartner

Stefan Schnack

Stefan Schnack freut sich auf Ihre Hinweise, Kommentare und Fragen.

Jetzt kontaktieren!

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder