Geoökonomie und Technologien: Vier Szenarien für 2030

Die WEF-Analyse zeigt: Die Weltwirtschaft kehrt bis 2030 nicht zur alten Normalität zurück, sondern steuert auf eine neue, strukturell veränderte Ökonomie zu, in der geopolitische Machtverschiebungen und technologische Entwicklungen eng miteinander verwoben sind. Globale Wertschöpfung wird fragmentierter, Regulierung uneinheitlicher und technologische Vorteile zunehmend geopolitisch relevant. Für Unternehmen sinkt die Planungssicherheit, während strategische Anpassungsfähigkeit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird.

Das World Economic Forum präsentiert vier Zukunftsszenarien, die keine Prognosen sind, sondern Orientierung bieten, wie sich Märkte, Technologieeinsatz und geopolitische Rahmenbedingungen unterschiedlich entwickeln können.

Vier Szenarien für die Weltwirtschaft in 2030

  1. Digitalisierte Ordnung
    Geopolitische Stabilität und schnelle, weit verbreitete Technologieadoption führen zu einer digital integrierten Weltwirtschaft. Wachstum belebt sich, doch Arbeitsmärkte geraten unter Druck und das Risiko von Technologie-Missbrauch erfordert deutlich stärkere Governance-Strukturen.

  2. Vorsichtige Stabilität
    Geopolitische Stabilität reduziert Risiken, aber das Wachstum bleibt schwach, weil neue Schlüsseltechnologien nur langsam und in konzentrierten Nischen diffundieren. Die wirtschaftlichen Zugewinne sind begrenzt, Arbeitsmärkte und Löhne verändern sich nur wenig, und vor allem etablierte Akteure profitieren.

  3. Technologiegetriebenes Überleben
    Technologie verbreitet sich schnell und breit, während das geopolitische Umfeld volatil bleibt. Unternehmen nutzen digitale Lösungen, KI und Automatisierung, um sich in einem von Misstrauen, Koordinationsproblemen und regulatorischer Fragmentierung geprägten Umfeld über Wasser zu halten.

  4. Geotech-Sphären
    Mit zunehmender geopolitischer Volatilität ziehen sich Länder in engere geoökonomische Blöcke zurück. Wachstum verlangsamt sich, Vermögenswerte verlieren an Wert, und trotz Rückverlagerung von Produktion bleiben Talent- und Fachkräfteengpässe bestehen; Technologie entwickelt sich in getrennten Sphären mit eingeschränkter globaler Interoperabilität.

Warum das für Unternehmen und Führungskräfte relevant ist

Alle Szenarien machen deutlich: Globale Integration ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Unternehmen müssen ihre Strategien auf mehrere mögliche Zukünfte ausrichten, technologische Abhängigkeiten aktiv managen und ihre Organisation widerstandsfähiger aufstellen; Wettbewerbsvorteile entstehen dort, wo technologische Kompetenz, geopolitisches Verständnis und strategische Flexibilität zusammenkommen.

Zentrale Strategien zur Vorbereitung auf die neue Ökonomie

  • Kernprozesse und operative Exzellenz stärken

  • Geopolitische Kompetenz und Intelligence aufbauen

  • Vorausschau und datenbasierte Entscheidungsfindung stärken

  • In Resilienz und Agilität der Lieferketten investieren

  • Einführung und Skalierung neuer Technologien vorantreiben

  • Kritische Infrastrukturen stärken und absichern

  • Agile Modelle der Kapitalallokation entwickeln

  • Technologie- und Humankapitalentwicklung aufeinander abstimmen

  • Strategische Partnerschaften und Allianzen vertiefen

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