Dr. Pero Mićić

PURPOSE? WHY? MISSION? Was ist was und was brauchen Sie wirklich?

Heute erzählt Ihnen jeder, dass Sie Ihr Why finden sollen, Ihr Warum. Und andere sagen Ihnen, dass Sie unbedingt einen Purpose bestimmen sollen. Dann kommen wieder andere mit Mission-Statements. Irgendwie klingt das doch alles gleich, oder? Und brauchen Sie so etwas wirklich für Ihr Unternehmen? Für Ihr Leben? Und wann ja, was davon? Nur eins oder alles? Investieren Sie jetzt ein paar Minuten mit mir und Sie haben ein für alle mal aufgeräumte Gedanken und Klarheit zu Mission, Why und Purpose.

Seit 30 Jahren entwickele ich mich meinem Team bei der FutureManagementGroup AG die Zukunftsstrategien führender bekannter und auch unbekannter Unternehmen. Aus dieser Erfahrung heraus will ich Ihnen vorschlagen, wie Sie Why, Purpose und Mission pragmatisch und praxisgerecht verstehen und handhaben sollten.

Die Mission bestimmt den Zweck. Den Zweck eines Berufes oder Jobs, wie auch den Zweck eines Unternehmens. Die Mission gibt die Antwort auf die allerwichtigste Frage: Wozu sind wir da? In einer gut formulierten Mission haben Sie alle fünf Elemente, die Sie brauchen, um Ihre große Aufgabe im Beruf oder die konstante Aufgabe und den Zweck Ihres Unternehmens zu bestimmen.

Was ist Ihre Mission?

Da ist zuerst der Antrieb. Das ist das Motiv, die Überzeugung, die Energie, die Leidenschaft, das ist vielleicht auch die Wut, aus der heraus Sie Ihren Beruf oder Ihr Unternehmen betreiben. Das berühmte Why ist genau das, der Antrieb.

  • Ferdinand Porsche begründete sein Unternehmen mit folgender Aussage: „Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, von dem ich träumte, nicht finden. Also beschloss ich, ihn mir selbst zu bauen.“ Er empfand einen Mangel, den er für sich selbst stillen wollte.
  • Steve Jobs war der Überzeugung, dass Computer sehr einfach zu bedienen sein müssen, dass sie schön sein müssen, sogar die Platine, obwohl sie keiner sieht. Jobs hatte immer den Antrieb, anders zu sein. Think different war der Slogan. Er sagte, es sei cooler, Pirat zu sein als Mitglied der Marine.
  • Das alles gilt natürlich auch für kleine Unternehmen. Lassen Sie sich von diesen großen Beispielen nicht täuschen. Wenn ich mein eigenes bescheidenes Beispiel einbringen darf: Ich arbeite aus der tiefen Überzeugung heraus, dass es für Menschen und die Menschheit besser ist, wenn sie früher und mehr an Ihre Zukunft denken und konsequenter danach handeln. Ja sogar aus einem Gefühl der Wut darauf, dass die Menschen so kurzsichtig sind.
  • Der Antrieb als Element Ihrer Mission, das gilt auch für Sie als einzelne Person. Die Prinzipien sind die gleichen, ob Sie ganz alleine sind oder ob es um einen Konzern geht.

Im Deutschen sagen wir Warum, aber Warum hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Es kann sowohl die Ursache bezeichnen wie auch den Zweck. Das Why aber, von dem so viele reden, ist ganz eindeutig die Ursache, das Motiv, die Herkunft. Auch Simon Sinek, der Urheber der Idee des Why, des Golden Circles, sagt, dass das Why die besondere Überzeugung ist, die Herkunft der Energie, mit der ein Unternehmen betrieben wird. Das Why kommt nicht aus Ihrer Zukunft, es kommt aus Ihrer Vergangenheit. Das Why ist nicht das Wozu und das Wofür, sondern das Woher. Ich nenne das etwas grundsätzlicher den Antrieb.

In Ihrer Mission nennen Sie idealerweise auch Ihre Ziel-Kundengruppe. Für wen setzen Sie Ihre Energie und Leidenschaft ein? Das ist kein zwingend nötiges Element Ihrer Mission, aber zumindest implizit gehört es dazu, dass Sie klar vor Augen haben, für wen Sie Ihre Energie einsetzen. Für mich sind das die Leader, die Unternehmer und Führungskräfte.

Ihre Mission muss unbedingt ein klares Wirkungsversprechen enthalten. Das ist das wichtigste Element. Was bewirken Sie für Ihre Kunden? Wofür bezahlen Ihre Kunden wirklich? Menschen zahlen ja nicht wirklich für Produkte, nicht für Leistungen, nicht für Lösungen, nicht für Stunden oder Tage, sie zahlen immer nur für emotionale Wirkungen, die sie damit bekommen. Diese Wirkungen, übrigens, verändern sich so gut wie nie, sie sind die Konstanten im Geschäft, auch noch 20 oder 50 Jahren. Menschen zahlen für Musikgenuss, heute per Streaming-Abo, früher per CD. Sie zahlen dafür, von A nach B zu kommen, heute noch mit eigenem Auto, morgen per fahrerlosem Robotaxi oder auch einfach per Videokonferenz, um die emotionale Wirkung zu bekommen, Menschen zu begegnen, ganz ohne Auto, Bahn oder Flugzeug. Die emotionale Wirkung bleibt gleich, aber die Lösungen ändern sich immer wieder grundlegend.

  • Sonos erzeugt die Wirkung, dass der Aufbau und Betrieb einer Musikanlage drahtlos und denkbar einfach funktioniert.
  • Amazon verspricht die Wirkung des einfachsten Einkaufs mit dem weltbesten Kundenservice.
  • Google bietet als Kerngeschäft die Wirkung, schnell umfassend informiert zu sein.
  • Und bei kleinen Unternehmen: Wir bewirken mit unserer Arbeit, dass Unternehmen wieder oder weiterhin gute Zukunftsperspektiven haben und dass Führungskräfte mit einem motivierenden und überzeugenden Zukunftsbild ihr Team leichter und wirksamer führen können.

Das vierte Element Ihrer Mission ist Ihr Lösungsversprechen. Das ist die besondere Weise, auf die Sie die versprochenen Wirkungen erzielen. Die Wirkungen sind konstant, aber die Lösungen ändern sich im Detail. Deshalb legen Sie sich nicht zu genau auf Produkte und Leistungen fest. Beschreiben Sie Ihr Lösungsversprechen im Grundsatz, so wie es langfristig Bestand hat.

  • So wie IKEA den Selbstaufbau als Lösung bietet oder
  • wie Tesla vom reinen Elektroauto bis zum Solardach eine integrierte Kette an Lösungen liefert. Das sind langfristig konstante Lösungsversprechen. Selbst wenn sich die Produkte im Detail ändern, bleibt das Lösungsversprechen bestehen.
  • Unser Lösungsversprechen sind hochwirksame Programme zur Entwicklung und Umsetzung von Zukunftsstrategien.

Und Sie bestimmen in Ihrer Mission Ihren gesellschaftlichen Beitrag. Wie ist Ihre Arbeit oder Ihr Unternehmen gut für die Gesellschaft und die Menschheit? Wie machen Sie die Welt besser? Dieser gesellschaftliche Beitrag, DAS ist der Purpose! Sie können natürlich auch mit dem Purpose anfangen und dann die anderen vier Elemente darauf aufbauend entwickeln.

  • SpaceX macht die Menschheit multiplanetar. Langfristig gedacht ist das der vielleicht größte Purpose auf dieser Welt, denn irgendwann wird die Menschheit über die Erde hinaus gehen müssen, wenn uns ein Asteroid zu treffen droht.
  • Die für ihre Mähdrescher bekannte Firma CLAAS trägt mit ihrer Unterstützung professioneller Landwirte dazu bei, der wachsenden Weltbevölkerung Nahrung zu bieten.
  • Und wieder, auch kleine Unternehmen profitieren von einem Purpose in ihrer Mission. Mit unserer Arbeit im Zukunftsmanagement nutzen wir der Gesellschaft, indem wir den Führungskräften dabei helfen, zukunftsintelligentere Entscheidungen zu treffen. So verringern wir unnötiges Leid und steigern die Lebensqualität aller.

Manchmal hört man, dass Purpose die große Daseinsberechtigung eines Unternehmens ist, die Raison d’être, der Grund des Seins. Dass Mission hingegen nur beschreibt, was ein Unternehmen konkret tut. Das ist so halb richtig. Warum sollten Sie Ihren gesellschaftlichen Beitrag von Ihrer Mission trennen? Es gibt dafür keinen logischen Grund. Besser ist es doch, wenn Sie Ihre Aktivitäten direkt mit einem gesellschaftlichen Beitrag verbinden. Dann ist der Purpose, der gesellschaftliche Beitrag, ein integraler Bestandteil Ihrer Mission. Dann schaffen Sie mit Ihrem Team jeden Tag einen Social Value, einen gesellschaftlichen Beitrag.

Deshalb, beschreiben Sie Ihre Daseinsberechtigung, Ihre Mission, in einer schlüssigen und überzeugenden Gesamtaussage.

Ich glaube ja, dass der Begriff Mission vielen Menschen einfach zu langweilig geworden ist, oder zu altbacken, und sie deshalb jetzt auf Purpose aufspringen. Vor allem die Berater haben jetzt Purpose-Entwicklung als Geschäftsfeld erkannt. Aber lassen Sie sich nichts vormachen. Purpose heißt Zweck. Den Zweck zu bestimmen, war schon immer der Zweck einer Mission. Ja, man kann jetzt Purpose nennen, was bisher Mission hieß. Gerne, alles gut.

Wer Ihnen jetzt aber erzählt, dass Mission und Purpose zwei ganz unterschiedliche Dinge sind, hat das Ganze nicht verstanden, jedenfalls aus meiner Sicht. Why und Purpose sind also weder gegensätzlich, noch, erst recht nicht, das gleiche. Why und Purpose sind die Eckpunkte einer guten Mission.

Übrigens: Wenn Sie über die Zukunft Ihres Geschäfts fundiert nachdenken wollen, können wir das gerne zusammen tun. Lassen Sie uns darüber sprechen. Es gibt auch einen kostenfreien Crashkurs „Die Zukunft Ihres Geschäfts“. Ich wünsche Ihnen eine glänzende Zukunft.

Have a Bright Future!

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