Fuád Abuschuscha

Die sogenannte „Outcome based medicine“ wird immer mehr zur Anforderung oder Voraussetzung. Das heißt, es ist nötig nachzuweisen, dass das Gerät oder das Verfahren, welches Sie anwenden, auch wirklich wirksam ist. Es reicht nicht, davon auszugehen, dass es wirksam zu sein scheint, vielmehr wird von Ihnen verlangt, genauestens aufzuzeigen, dass Ihre Methode wirksam ist und einen positiven Effekt hat. Nur wenn Sie diese Anforderungen erfüllen, ist es Ihnen möglich, damit Geschäft zu generieren.

Für den Patienten ist das zunächst einmal sehr sinnvoll, die Vorteile liegen auf der Hand.

Auf der anderen Seite stellen diese Anforderungen auch eine große Hürde dar.

Mit der zunehmenden Menge an Informationen, die heute verfügbar ist und in Zukunft verfügbar sein wird, wird es möglich, diese Informationen zu nutzen, um genau diese Wirksamkeit besser nachweisen zu können. Aktuell ist es häufig schwierig festzustellen, ob die Wirksamkeit von der Art der Anwendung, dem behandelnden Arzt oder vielleicht von dem verwendeten Gerät beeinflusst wird oder abhängt.

Insbesondere bei dem Einsatz von Medizintechnik spielt regelmäßig eine Vielzahl von Komponenten eine Rolle, so dass das Ganze sehr undurchsichtig ist.

Die zunehmende Verbreitung dieser Systeme und die Anforderungen, die von der Gesellschaft, von Behörden und Regularien gestellt werden, machen es notwendig, dass Sie einen Weg finden, mit dem Sie die Wirksamkeit Ihrer Produkte zuverlässig nachweisen können. Ein Weg könnte sein, dass Sie lernen, die vorhandenen Informationen so zu nutzen, dass Sie damit die Wirksamkeit belegen können.

Wie kann das in der Praxis aussehen?

Wenn wir davon ausgehen, dass „Outcome based medicine“ der (Gold-)Standard ist, dann bietet es natürlich einen großen Vorteil, wenn Sie in der Lage sind dieselbe Wirkung auf radikal andere, kostengünstigere und mit weniger Nebeneffekten belastete Weise zu liefern. Dafür betrachten wir im Folgenden drei Beispiele.

Ada, ein Start-up aus Berlin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, und zwar zu dem Zeitpunkt, wo sie noch ein „10€-Problem“ darstellen und eben noch zu keinem „10.000€-Problem“ geworden oder im schlimmsten Fall schon gar nicht mehr behandelbar sind. Denn gerade seltene Krankheiten werden häufig übersehen, was ja in der Natur der Sache liegt.

Ein weiteres Beispiel ist Be my eyes. Diese Plattform richtet sich an Menschen, die sehr schlecht sehen oder vollständig blind sind. Sie können sich über die Plattform Augenlicht von einer anderen Person ausleihen. Lassen Sie mich das an einem konkreten Fall illustrieren: Eine ältere Dame, die etwas strickt, aber leider farbenblind ist, nimmt diesen Service in Anspruch, um jemanden zuzuschalten, der ihr sagt, ob die Farbwahl in Ordnung ist und das Ganze harmonisch aussieht. Der andere ist irgendjemand, der sich an irgendeinem beliebigen Ort auf der Welt befindet und zwei Minuten seiner Zeit nutzt, um jemanden sein Augenlicht zu „spenden“. Geld erhält er dafür nicht, dafür das gute Gefühl, mit wenig Aufwand geholfen zu haben. Ich empfehle Ihnen, probieren Sie es aus!

Ein drittes Beispiel, das etwas näher an der Medizintechnik ist, ist das Computerspiel EndeavorRx. Es handelt sich dabei um das erste verschreibungsfähige und verschreibungspflichtige Computerspiel in den USA. Es wurde eine recht große Studie dazu durchgeführt, in der sich zeigte, dass das Spiel einen positiven Effekt auf Kinder mit ADHS hat. Ein Drittel der teilnehmenden Kinder, die das Spiel einen Monat lang, fünf Tage die Woche, jeweils eine halbe Stunde am Tag spielten, zeigten danach keine Verhaltensauffälligkeiten mehr. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese Studie mit Vorsicht zu genießen ist. Die Herausgeber der Studie sind massiv in das Unternehmen des Computerspiels investiert und haben dementsprechend ein großes finanzielles Interesse am Erfolg. Das Beispiel zeigt aber, dass an solchen Ansätzen gearbeitet wird, darum geht es primär. Genau solche Ansätze, dieselbe Wirkung mit komplett neuen Lösungen zu liefern, wird es zukünftig mehr und mehr geben.

Diese neuen Ansätze haben das Potenzial, stark disruptiv zu sein, denn egal ob es sich um ein Skalpell oder um diagnostische Produkte handelt, es wird Möglichkeiten geben, dieselbe Wirkung auf radikal andere Weise zu erzielen. Sie haben genau dann ein Problem, wenn diese radikal andere Weise sehr einfach und leichtgängig ist. Deswegen sollten Sie sich Gedanken machen, wie Sie Ihre Produkte, Systeme und Leistungen radikal anders machen können. Dann sind Sie vorbereitet. „Outcome based medicine“ bietet Ihnen den Anlass, genau dieses Neudenken der Wirkung anzugehen.

Machen Sie Ihr Unternehmen jetzt zukunftssicher!