Dr. Pero Mićić

Mobil zu sein, um schöne oder nützliche Orte zu besuchen, Menschen zu begegnen, Dinge zu erledigen, ist eines der wichtigsten Bedürfnisse. Und einer der größten Märkte. Wenn autonome Fahrzeuge kommen, werden sie unsere Welt mindestens so stark verändern wie das Smartphone.

Kaum jemand hat sich 2007 vorgestellt, wie die Smartphones so gut wie jeden Bereich unseres Lebens und unserer Arbeit verändern werden. Und kaum jemand stellt sich heute vor, wie umwälzend autonome Fahrzeuge sein werden.
Bestimmt auch für Ihr Geschäft, Ihr Unternehmen und Ihren Beruf.

Aber Moment mal. Ist das schon eine ausgemachte Sache? Werden autonome Fahrzeuge wirklich kommen? Oder wird das am Ende nur eine dieser verrückten Illusionen der Technikfans sein?

Ich gebe Ihnen hier alle Argumente, ob bis 2030 die autonomen Fahrzeuge kommen. Argumente die dafür und dagegen sprechen, dass wir in Zukunft von künstlicher Intelligenz gefahren werden, und nicht mehr selbst fahren werden. Dann können Sie informiert mitreden!

Seit 1925[1], also seit fast 100 Jahren wird versucht, selbststeuernde Autos zu bauen. Und jetzt ist es so weit.

Die Vision ist schon faszinierend. Die Autos und LKWs fahren in der Zukunft alle von selbst, ganz ohne menschliche Fahrer. Sogar ganz ohne Lenkrad. Der Mensch ist Passagier. Wie im Zug oder im Bus. Alles super sicher, bequem und auch noch billig. Die Fachleute nennen das Level 5.

Die Fahrzeuge können viel zweckdienlicher gebaut werden

Es gibt Fahrzeuge für ein oder zwei Personen, kleine Busse für Gruppen oder als rollende Büros. Selbst rollende Hotelzimmer wird es dann geben. Und auch die LKWs und Transporter sind autonom.

Werden die autonomen Fahrzeuge wirklich die Menschen als Fahrer verdrängen? Um diese Frage geht es in diesem Beitrag. In unserem Trend-System spielen hier die Trends Intelligentisierung und Mobilitätstechnologien eine Rolle. Aber genau betrachtet, werden autonome Fahrzeuge, wenn sie denn kommen, viele andere Trends verstärken, manche aber auch beenden oder gar umkehren.

Argumentenbilanz

Kommen sie oder kommen sie nicht? Und wenn ja, wann?

Machen wir mal eine Argumenten-Bilanz mit Plus-Argumenten, die dafür sprechen, dass AF in den nächsten zehn Jahren kommen werden, und Minus-Argumenten, die dagegen sprechen, dass das alles in absehbarer Zeit passiert.
Die Logik dahinter ist, dass autonome Fahrzeuge sich durchsetzen werden, wenn es technisch möglich ist, die Vorteile groß sind, die Preise vertretbar, die Mühen klein, wenn es rechtlich erlaubt ist und die Nachteile nicht zu groß.
Übrigens, wenn Sie anderer Meinung sind als ich, lerne ich gerne dazu. Kommentieren Sie. Aber bitte nur sachlich und mit logischen Argumenten.

Plus: Autonome Fahrzeuge kommen

Es ist technisch machbar

Es fahren ja schon die ersten Fahrzeug-Flotten autonom. In Phoenix Arizona und in mehreren Städten in China… kann man es zum Beispiel bestaunen.

Schauen Sie sich mal den Kanal von AI Driver an. Er zeigt, was Teslas Autos heute schon können. Und das ist erst ein gutes Level 2 bis 3 System. Es ist faszinierend.

Wohlgemerkt: Das eigentliche vollautonome Fahren ist nur auf weniger als 2000 Testfahrzeuge von Tesla in den USA begrenzt. Alle anderen Teslas sind auf einem sehr guten Level 2.

Es gibt im Wesentlichen zwei Ansätze.
Die einen, so wie Waymo, die Google-Schwester, oder Zoox, die Amazon-Tochter, setzen darauf, dass autonome Fahrzeuge ein bestimmtes Gebiet, etwa eine Stadt, sehr präzise kennenlernen und sich dann darin souverän bewegen können. Tesla hingegen entwickeln ihre Fahrzeuge so, dass sie sich selbst dort zurechtfinden, wo noch nie zuvor ein Tesla gewesen ist.

Es gibt zwei technische Strategien für die Fahrzeuge
VW beispielsweise lässt Versuchsfahrzeuge mit sage und schreibe 11 Lidars, also Laserscannern, und 7 Radar-Geräten und 14 Kameras fahren. Tesla hingegen will nur mit Kameras arbeiten. Auf Lidar haben sie schon immer komplett verzichtet. Und jetzt haben sie sogar das Radar-Gerät entfernt. Das Kernargument: Wenn der Mensch mit zwei Kameras, also unseren Augen, ein Auto einigermaßen sicher steuern kann, kann ein Auto das mit 8 Kameras erst recht.

Und es gibt zwei verschiedene Vorstellungen davon, wie die Infrastruktur aussehen soll.
Die einen setzen darauf, dass die Fahrzeuge eine spezielle Infrastruktur brauchen, um autonom fahren zu können. Eine Umwelt, mit der sie kommunizieren können, um sicher zu fahren. So können sie beispielsweise mit Ampeln kommunizieren, die das Auto noch gar nicht sehen kann. Und wieder macht Tesla den Ausreißer und sagt, dass die Infrastruktur für den Menschen zur Fahrt ausreicht und dass es dann für die Superrechner mit ihren Supersensoren allemal reichen wird.

Jedenfalls, die technische Machbarkeit ist schon sehr weit gekommen. Aus unserer Sicht ist es nur eine Frage der Zeit. Also nicht ob autonome Fahrzeuge technisch machbar sind, sondern nur wann sich ihre Nutzung stark verbreiten wird.

Autonome Fahrzeuge sind 2030 viel sicherer

Waymo nennt als ihre Mission, dass sie den „erfahrensten Fahrer der Welt“ bauen. Tesla sagt, dass ihr System für voll autonomes Fahren mindestens zehnmal besser und sicherer fahren wird als ein Mensch. Kann man das und darf man das glauben? Ja, schon die heutigen Daten zeigen, dass das hinkommt. Weltweit sterben jährlich 1,3 Mio. Menschen im Straßenverkehr. 3.700 jeden Tag. Viele Millionen werden zum Teil schwer verletzt. Für 90 Prozent der Unfälle ist „menschliches Versagen“ verantwortlich. Die Robotaxis werden zehnmal sicherer fahren als jeder Mensch. Mindestens. Sie werden weniger Fehler machen, weniger Unfälle verursachen und weniger Menschen werden verletzt und sterben im Verkehr.

Man hört oft davon, dass ein Tesla mal wieder mit Autopilot unter einen Lastwagen oder gegen eine Wand gefahren ist. Fakt ist allerdings, dass der etwas übermütig so genannte Autopilot von Tesla schon heute das Fahren deutlich sicherer macht als ohne ihn. Und wir sprechen hier von den nächsten zehn Jahren.

Die autonomen Fahrzeuge haben nicht nur zwei Kameras, so wie wir Menschen zwei Augen, sondern acht oder mehr Kameras, reagieren unvorstellbar schnell und stimmen sich permanent mit anderen Fahrzeugen ab.

Künstliche Intelligenz hat keine Schrecksekunde. Sie reagiert vielfach schneller als ein Mensch. Viele Fehler macht sie deshalb, weil sie von uns lernt. Wenn KI Fehler macht, wird sie schnell daraus lernen und den Fehler nie wieder machen.
Alles, was ein autonomes Fahrzeug lernt, kann es sofort an alle anderen Fahrzeuge seines Typs weitergeben. Wir Menschen aber müssen alles jeweils einzeln lernen.

Der Mensch hat dann schon bald keine Chance mehr, der bessere Fahrer zu sein.
Die Ethikkommission in Deutschland sagt deshalb zu recht: Das automatisierte und vernetzte Fahren ist ethisch geboten, wenn die Systeme weniger Unfälle verursachen als menschliche Fahrer.

Autonome Fahrzeuge sind pro Kilometer deutlich billiger

Wie viele Stunden pro Tag fahren Sie in Ihrem Auto? So im Durchschnitt? Bei den meisten Menschen sind es eine bis anderthalb Stunden pro Tag. Bei keiner sehr teuren Maschine würde man akzeptieren, dass sie nur eine oder anderthalb Stunden am Tag genutzt wird. Die Stunde wäre viel zu teuer. Genau deshalb ist Autofahren so teuer. Weil Sie die Anschaffungskosten auf im Durchschnitt nur 30 bis 40 km pro Tag und 13.000 km pro Jahr verteilen.
Würden sie nicht 13.000, sondern 130.000 km im Jahr fahren, wären ihre Kosten pro Kilometer drastisch niedriger. Nicht zehnmal niedriger, weil es ja mehr Verschleiß gäbe, aber um ein Vielfaches niedriger.

Weil Robotaxis nur zum Laden und zur Wartung anhalten müssen, können sie 16 und mehr Stunden unterwegs sein. Bei nur 30 km pro Stunde und 360 Tagen sind das 230.000 km pro Jahr. So verteilen sich die Anschaffungskosten auf vielfach mehr Kilometer und der Kilometer wird unvorstellbar günstig.

Und nein, die Autos sind nicht nach einem Jahr Schrott. Autonome Fahrzeuge werden batterieelektrisch betrieben sein. Weil das die denkbar einfachste und effizienteste und zuverlässigste Antriebsform ist. Dazu gibt es Videos hier auf meinem Kanal. Schon heutige neue Elektroauto-Akkus werden 1 bis 2 Mio. km halten. Mit dann immer noch 60-70% Kapazität gehen sie in Haushalte und Betriebe und werden später zu über 95% recycled.

Autonome Fahrzeuge bringen sie überallhin. So wie die von Menschen gefahrenen Taxis und Ubers heute, nur eben viel billiger. Wegen des geringeren Wertverlustes pro Kilometer, aber natürlich auch, weil kein Fahrer bezahlt werden muss und weil weniger Unfallschäden bezahlt werden müssen und weil die Versicherungsprämien niedriger sind. Sie werden für geschätzt 10-20% des Preises eines Taxis mobil sein können. Für 20 oder 30 cent pro Kilometer. Billiger kann man nicht Autofahren.

AF machen weniger Stress

Warum sind wir bei Autos so unvernünftig und bezahlen so viel pro Kilometer? Weil unser eigenes Auto eben immer sofort verfügbar ist, weil wir nicht mit Fremden in Bus oder Bahn sitzen müssen, weil es ein Stück erweitertes Zuhause ist. Weil wir nicht komplizierte Car-Sharing-Systeme nutzen wollen. Und immer noch ist es für viele ein Status-Symbol.

Wenn aber zu jeder Zeit binnen weniger Minuten ein Robotaxi zu Ihnen kommt. Wenn das Robotaxi schön sauber gehalten wird. Wenn Sie den Typ wählen können, wählen können, dass Sie ohne fremde Leute fahren wollen und dafür ein wenig mehr bezahlen. Dann brauchen Sie kein eigenes teures Auto bereitzuhalten.

Wer schon mal ein Uber per App gerufen hat, kann sich die Erfahrung ungefähr vorstellen.

Reisen verliert generell viel vom üblichen Stress. Wann fährt der Zug? Schaffe ich den noch? Werde ich einen Sitzplatz haben? Wo ist gerade Stau? Welche Brücke ist gerade gesperrt? Autonome Fahrzeuge werden viel von diesem Stress einfach in Luft auflösen.

Sie kümmern sich dann auch nicht mehr um Versicherung, Steuern, Parkplätze, Knollen, Autowäsche, Service-Termine, Ersatzteile.

Jeder kann mobil sein

Jeder kann mit den Robotaxis mobil sein. Die Achtjährige kann ganz ohne Helikopter-Eltern zum Volleyball fahren. Viermal die Woche, wenn sie will. Der 94jährige mit Sehbehinderung kann ganz ohne Führerschein seine lange verschollene Schulfreundin besuchen.

Das ist ein unvorstellbar großer Zuwachs an Lebensqualität für Millionen von Menschen.

Wie Mario Herger das in seinem Buch beschrieben hat: Der letzte Führerschein-Neuling ist schon geboren. Führerscheine werden nur noch gemacht für Hobby-Autofahren. Schwer vorstellbar aus heutiger Sicht und doch sehr wahrscheinlich.

Menschen gewinnen viel Lebenszeit zurück

Eine Stunde pro Tag im Auto sind 365 Stunden pro Jahr, also mehr als zwei Wochen pro Jahr im Auto. Das ist mancher Leute ganzer Urlaub. Während der Fahrt im autonomen Fahrzeug können Sie schlafen, lesen, Filme sehen oder meditieren. Sie gewinnen zwei volle Wochen Lebenszeit.

Wohnen wird tendenziell billiger

Wir haben gerade seit 2020 extrem schnell gelernt, dass die Anwesenheit am Arbeitsplatz zumindest teilweise überschätzt wird. Schon allein deshalb, weil man weniger pendeln wird, wird das Leben auf dem Land attraktiver sein.
Aber 100% Home Office ist nicht die Lösung. Und sehr viele müssen physisch präsent sein und haben nicht den Luxus, ihre Arbeit nur am Computer machen zu können.

Für all diese Leute wird stressige Pendelzeit zur Freizeit. Auch der Weg zum Einkaufen oder ins Kino wird Teil der Freizeit und Teil des Erlebnisses. Dann werden sich Immobilienpreise in der Stadt relativieren und das Leben auf dem Land wird deutlich attraktiver.

Wertvolle Flächen werden frei

Die Straßen werden voll sein, denn wir werden Mobilität eher noch mehr genießen als heute. Aber die Parkplätze werden weitgehend leer sein, weil die Robo-Taxis nicht eine Stunde am Tag fahren, sondern eher 16 Stunden.
Sie stehen dann nur noch zum Laden oder für die Wartung.

Wertvolle Flächen, die wir jetzt als Parkplätze nutzen, können anderweitig verwendet werden. Das sind ja oft die besten und teuersten Lagen.

In der EU gibt es geschätzte 300 Mio. Parkplätze. Das macht ungefähr 2,5 mal das Saarland aus.
Für die USA mit 500 Mio. Parkplätzen hat man ausgerechnet, dass wenn man alle Parkplätze mit Photovoltaik belegen würde, man den gesamten Strombedarf der USA damit decken könnte.

Um alle Autos batterieelektrisch zu betreiben, werden in Deutschland ca. 20% mehr Strom benötigt. Ja, nicht mehr.
Es ist natürlich nur ein theoretisches Beispiel. Photovoltaik lässt sich besser nutzen als auf Parkplätzen. Aber es verdeutlicht den Wert der Flächen. Entweder bauen wir darauf oder wir begrünen sie wieder.

Die rechtlichen Voraussetzungen sind schon geschaffen

Dass Fahrzeuge autonom fahren können, heißt noch lange nicht, dass sie es auch dürfen. Gesetzgeber müssen von Natur aus vorsichtig und konservativ sein. Es wird schwierig sein, dass sie Fahrzeuge auf den Straßen fahren lassen, die nicht von Menschen, sondern von einer künstlichen Intelligenz gesteuert werden. Allerdings hat uns beispielsweise die deutsche Regierung überrascht und 2021 ein Gesetz beschlossen, dass autonome Fahrzeuge ermöglichen soll. Zwar mit aller Vorsicht, aber immerhin. Und das ausdrücklich mit dem Ziel, dass man in Deutschland führend beim Einsatz autonomer Fahrzeuge werden will. Sie sehen, die Politiker machen auch durchaus mal etwas Richtiges und Zukunftsorientiertes.

Die rechtlichen Probleme sind, wider Erwarten, heute schon weitgehend gelöst. Der Halter oder der Hersteller werden für Schäden haften, die ein autonomes Fahrzeug verursacht. Es werden zwar drastisch weniger Schäden und Unfälle sein, aber trotzdem werden welche passieren.

Ein autonomes Fahrzeug wird nicht abwägen dürfen, ob es zwei Senioren oder ein Kind umfährt. Das haben Ethik-Kommissionen klargestellt. Keine Abwägung von einem Leben gegen das andere.

Was zu oft vergessen wird: Ein autonomes Fahrzeug der Zukunft wird in solchen Situationen weitaus besser agieren als ein Mensch und Schäden bei unausweichlichen Unfällen minimieren.

Wer will, behält einfach sein Auto

In den demokratisch regierten Ländern wird es auf absehbare Zeit nicht verboten sein, selbst ein Auto zu fahren. Wahrscheinlich werden Sicherungssysteme vorgeschrieben sein, die die Fahrleistung des Menschen verbessern und absichern.

Ja, so schwer es Ihnen auch fällt, es ist eine naive Illusion zu glauben, dass Menschen dauerhaft besser Auto fahren werden als künstliche Intelligenzen.

Minus: Autonome Fahrzeuge kommen nicht

Wie bei jeder umwälzenden Technologie gibt es Nachteile, Hindernisse, Gefahren und Probleme. Schauen wir sie uns an.

Es gibt viel Skepsis

45% der deutschen Autofahrer glauben (laut ADAC) nicht an die Zuverlässigkeit autonomer Fahrzeuge. Unter anderem aus Angst vor Hackern.

Eine umfassende Studie von Prognos sieht die Zukunft autonomer Fahrzeuge extrem pessimistisch. Die Studie ist aus 2018, aber die Grundannahmen werden auch heute noch zitiert. Prognos geht davon aus, dass wirkliche Tür-zu-Tür-Funktionalität überhaupt erst ab 2033 (optimistisch) oder 2038 pessimistisch verkauft werden kann. Prognos sieht selbst für 2050, also in fast dreißig Jahren, erst einen Anteil von 50-70% an den Neuzulassungen (S. 15). Für 2050 geht man von einem Bestand von voll automatischen Fahrzeugen von unter 1% bis ca. 6% aus.

Zitat (S. 47):
„Zum Prognosehorizont 2050 wird zwar bereits etwa die Hälfte der Fahrzeuge über eine Automatisierungsfunktion verfügen, in den meisten Fällen wird diese jedoch nur auf Autobahnen nutzbar sein.“

„Da die schweren Unfallfolgen besonders stark auf Landstraßen auftreten, wo die Automatisierung bis 2050 noch kaum greifen wird, wird der Effekt der Automatisierung bei den Verkehrstoten bis zu diesem Zeitpunkt noch marginal sein.“

Das sehen Anbieter wie Tesla und Waymo ganz anders.

Was Prognos schreibt, halten auch wir für extrem pessimistisch und technologieblind. Wir glauben, dass das eine drastische Fehlannahme ist. Da zeigt sich wieder, man muss genau hinschauen, wer eine Studie geschrieben hat. Nicht nur die Organisation, sondern auch die Person. Denn besonders informiert über den Stand der Technik können diese Autoren nicht gewesen sein.

Widerstand der Selbstfahrer

Heute und noch lange Zeit gibt es Menschen, die einfach gerne Auto fahren. Die selbst entscheiden wollen, was Ihr Auto macht. Denen ihr Auto Freude bereitet. Die in ihrem Auto noch ein Status-Symbol sehen. Sie werden sich mit allen Mitteln wehren. Argumente wie mehr Sicherheit, mehr Bequemlichkeit, mehr Umweltschonung werden nicht ziehen. Auch wenn sie noch so logisch und stichhaltig sind. Wo Emotionen regieren, hilft Logik oft gar nicht.

Es wird lange dauern, womöglich eine ganze Generation von 25 Jahren, bis die letzten Nachzügler die Fakten verstehen und überzeugt sind, dass autonome Fahrzeuge das in vielen Dimensionen weitaus bessere Konzept sind.

Widerstand der Berufsfahrer

Anders als die Liebhaber des Selbstfahrens steht für die Berufsfahrer sehr viel mehr auf dem Spiel. Viele von Ihnen werden ihren Job und sogar ihren Beruf verlieren.

Sobald Robotaxis funktionieren, werden die Taxifahrer recht schnell ihre Jobs verlieren. Wenn Robotaxis funktionieren, werden auch autonome LKWs funktionieren.

Langfristig, über mehrere Jahrzehnte betrachtet, wird es für die Menschheit besser sein, das Selbstfahren weitgehend aufzugeben. Aber wir müssen Verständnis haben für die Probleme und Widerstände der Berufsfahrer. Es geht um ihre wirtschaftliche Existenz.

Ich werde in einem späteren Video noch auf die Folgen des autonomen Fahrens schauen.

Datenschutz-Bedenken

Datenschutz wird oft als ein großes Problem und als Grund gegen autonome Fahrzeuge genannt.

Nutzen Sie ein Smartphone? Wer Angst davor hat, dass der Fahrzeughersteller oder der Staat weiß, wo man sich aufgehalten hat, dürfte heute auch kein Smartphone verwenden. Aber auch das ist rechtlich geklärt. Der Fahrer oder die Fahrerin wird grundsätzlich selbst über Weitergabe und Verwendung der Daten entscheiden können. Damit autonome Fahrzeuge funktionieren, wird es überhaupt nicht nötig sein, dass man personenbezogene Daten an Dritte weitergibt.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass AF immer eine Internetverbindung haben müssen. Es muss und wird auch ohne gehen, zumindest bei einem Teil der Anbieter.

Angst vor Hackern

Fahrzeuge sind immer mehr Computer auf Rädern. Da gibt es das reale Risiko, dass diese Autos gehackt werden. Womöglich sogar die gesamte Flotte eines Herstellers. Die Gefahr ist real, egal, wie viel die Software-Entwickler dagegen tun.

Was aber übersehen wird: Auch heutige Autos mit menschlichen Fahrern können genau so gehackt werden wie autonome Fahrzeuge. Es ist überhaupt kein Argument gegen autonome Fahrzeuge.

Eher ist es so, dass eine KI schneller die Gefahr erkennen kann als ein Mensch und auch schneller reagieren kann.
Grundsätzlich aber: Der tatsächliche Schaden durch Hacker wird mit höchster Wahrscheinlichkeit kleiner sein als der Schaden an Leben, Leib und Seele, den autonome Fahrzeuge verhindern.

Der Fahrzeugbestand ändert sich nur langsam

Die heute auf den Straßen fahrenden Fahrzeuge sind fast alle nicht in der Lage, autonom zu fahren. Nur Teslas haben seit 2016 die Hardware, mit einigen Nachrüstungen, und warten jetzt auf das Software-Update. Im Durchschnitt sind die Autos etwas über neun Jahre alt. Bis wirklich jedes verkaufte Auto vollautonom fahren kann und bis jedes nicht autonome Auto ersetzt ist, wird es noch zwanzig und mehr Jahre dauern.

Als mögliche Überraschung müssen wir einkalkulieren, dass schon sehr früh autonome Fahrzeuge die Anschaffung eigener Fahrzeuge überflüssig machen. Dann könnte der Bestand und Anteil an autonomen Fahrzeugen sehr schnell wachsen.

Fazit

Natürlich müssten wir die Argumente jetzt nochmal gewichten, aber die Antwort auf unsere Frage zeichnet sich schon ab.

Fällt Ihnen bei den Minus-Argumenten etwas auf? Nein, oder doch? Ganz genau. Es sind alles vergängliche Argumente. Während die Plus-Argumente fast alle dauerhaft sind.

Mein Fazit: Ja, sie werden kommen, die autonomen Fahrzeuge. Und zwar noch vor 2030 wird es losgehen.
Ob Sie das wollen oder nicht. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Auch wenn Sie heute absoluter Gegner sind. Wenn Sie noch mehr als zehn Jahre zu leben haben, werden Sie sich über autonome Fahrzeuge freuen.

Was aber noch kaum jemand auf dem Schirm hat, ist, dass autonome Fahrzeuge so gut wie jede Branche verändern werden.

Ganz offensichtlich sind Berufsfahrerinnen direkt in Ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht.

Aber auch Eigentümer von Immobilien, Parkplätzen, Hotels, Supermärkten werden betroffen sein.

Dann gibt es ein großes Sterben unter den Automobilherstellern und ihren Zulieferern. Und der Jobs bei diesen Unternehmen.

Die Folgen des autonomen Fahrens sind dramatisch. Und doch bin ich davon überzeugt, dass auch diese neue Technologie die Lebensqualität der Menschen verbessern wird. Dass alle Menschen wieder neue Aufgaben und Arbeitsplätze finden werden, dass die Zukunft letztlich besser wird als die Gegenwart.

Ich wünsche Ihnen eine glänzende Zukunft.

Platzhalter

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Quellen

[1] Linrrican Wonder – Houdina Radio Control – Wikipedia

  1. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/autonomes-fahren/technik-vernetzung/aktuelle-technik/
  2. https://www.adac.de/-/media/pdf/motorwelt/prognos_automatisierungsfunktionen.pdf?la=de-de&hash=4FE03D2842A22A8F900AE176AFCA6887
  3. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/autonomes-fahren/
  4. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/autonomes-fahren/recht/ethische-fragen/
  5. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/klare-ethik-regeln-fuer-fahrcomputer-389346
  6. https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/Gesetze/Gesetze-19/gesetz-aenderung-strassenverkehrsgesetz-pflichtversicherungsgesetz-autonomes-fahren.pdf?__blob=publicationFile
  7. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/autonomes-fahren/recht/autonomes-fahren-hacker-angriff/
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Fahren
  9. https://en.wikipedia.org/wiki/Houdina_Radio_Control#/media/File:Linrrican_Wonder.png
  10. https://www.mckinsey.com/features/mckinsey-center-for-future-mobility/overview/autonomous-driving
  11. https://www.mckinsey.com/industries/automotive-and-assembly/our-insights/change-vehicles-how-robo-taxis-and-shuttles-will-reinvent-mobility
  12. https://www.mckinsey.com/industries/travel-logistics-and-infrastructure/our-insights/a-new-look-at-autonomous-vehicle-infrastructure
  13. https://www.mckinsey.com/industries/automotive-and-assembly/our-insights/how-china-will-help-fuel-the-revolution-in-autonomous-vehicles
  14. https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/de/Documents/Innovation/Datenland%20Deutschland%20-%20Autonomes%20Fahren_Safe.pdf
  15. https://www.youtube.com/watch?v=ILzsK65UAtk&ab_channel=AutoX
  16. https://www.youtube.com/watch?v=fMDgMFW44nk&ab_channel=ApolloAuto
  17. https://www.youtube.com/watch?v=iiTRJfzmL8Y&ab_channel=TechBang%21
  18. https://vimeo.com/192179726
  19. https://www.visualcapitalist.com/ranked-the-autonomous-vehicle-readiness-of-20-countries/
  20. https://derletztefuehrerscheinneuling.com/2021/02/11/deutschland-ist-nummer-1-beim-autonomen-fahren-oder/
  21. https://icdn-8.motor1.com/images/mgl/oW6VE/s1/graph-explaining-relationship-between-ride-sharing-and-autonomous-cars.jpg
  22. https://singularityhub.com/2017/12/18/this-self-driving-ai-is-learning-to-drive-almost-entirely-in-a-virtual-world/
  23. https://medium.com/@strangecosmos/why-tesla-not-waymo-is-the-leader-in-self-driving-car-development-8eff18c65d3c
  24. https://cleantechnica.com/2020/08/01/tesla-autopilot-accidents-1-out-of-4530000-miles-us-average-1-out-of-479000-miles/
  25. https://fortune-com.cdn.ampproject.org/c/s/fortune.com/2021/05/28/germany-automobile-legalize-robotaxi-autonomous-vehicle/amp