Fuád Abuschuscha

Viele Kritiker bemängeln, dass bei dieser ganzen Technologie und den ganzen Systemen der Mensch auf der Strecke bleiben könnte und Medizin sich ja eigentlich genau um den Menschen drehen sollte. Das ist ein grundsätzlich mögliches Szenario. Es liegt aber an uns, den Menschen, ob wir dieses Szenario zulassen oder gar darauf hinwirken oder ob wir die Technologie dazu nutzen, mehr Zeit (für die Menschen) zu haben.

Ist diese Sorge berechtigt?

Schaut man sich an, was bisher passiert ist, gibt es nahezu keine Anzeichen dafür, dass Sie sich diesbezüglich Sorgen machen müssten. Ganz im Gegenteil. In Rochester (im Bundestaat New York) wurde beispielsweise untersucht, wie sich die Einführung der Tele-Beratung auf die Gespräche zwischen Arzt und Patient ausgewirkt hat. Dabei wurde festgestellt, und das sollte eigentlich naheliegend sein, dass die physischen Kontakte zurückgegangen sind. Der Rückgang war deutlich, wenn auch nicht massiv sichtbar. Auf der anderen Seite kamen zahlreiche virtuelle, mutmaßlich deutlich kürzere und zielgerichtetere Gespräche dazu. In der Summe haben die Kontaktpunkte zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten also zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass die Untersuchung vor Ort deutlich stärker auf das beschränkt wurde, wo der physische Kontakt wirklich nötig ist. Die Teile der Behandlung, bei denen es primär um das Gespräch und den Austausch geht, konnten auf virtuellem Wege geleistet werden. Mithilfe dieser Technologie ist ein und derselbe Arzt in der Lage, insgesamt mit mehr Patienten zu sprechen oder  sich für den einzelnen Patienten mehr Zeit zu nehmen.

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